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Wrabetz will Digitalstrategie beschleunigen

Der ORF-Player soll auch „Andockmöglichkeiten“ für Private enthalten.
© ORF/Thomas Ramstorfer

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz

Generaldirektor Alexander Wrabetz will die Digitalstrategie des ORF „massiv beschleunigen“. Vorgesehen sei ein ORF-Player mit „Andockmöglichkeiten“ für Private, sagte er im Gespräch mit Journalisten. „Ich glaube, man ist eher davon abgekommen, dass alle österreichischen Medien einen gemeinsamen Player machen sollen, weil sich die unterschiedlichen Interessen schwer unter einen Hut bringen lassen.“

Eine Zusammenarbeit mit privaten Medienhäusern kann er sich aber in mehreren Bereichen gut vorstellen. Welche genau das sind, soll in den kommenden Monaten geklärt werden. Er sei etwa nach wie vor für einen gemeinsamen Login-Bereich. Ganz aufgegeben habe er auch die Idee einer gemeinsamen Online-Vermarktungsplattform („Marketplace“) noch nicht.

Nutzung des ORF-Archivs

„Sicher noch viele Diskussionen“ werde es aber in der Frage der Nutzung des ORF-Archivs geben. Hier könne er sich zwar Verbesserungen vorstellen, „aber naturgemäß werden wir die Inhalte unserer Archive nicht zur kommerziellen Nutzung hergeben können“, betonte er. „Unsere neu produzierten Filme am nächsten Tag der Konkurrenz zu schenken, das wird schon aus rechtlichen Gründen nicht gehen.“

Vorstellbar wäre für ihn dagegen ein erleichterter Zugang für den Fall, dass ein anderer Sender mit vom ORF gedrehten Material eine neue Doku herstellen will. Auch das Publikum soll Zugang zum Archiv erhalten, wünscht sich Wrabetz. Flimmit könnte als Premiumangebot mit „einer niedrigen Bezahlschranke“ an den Player angedockt werden.

ZiB 1 und Seitenblicke

Die Durchschaltung der „Zeit im Bild 1“, die am 15. März, dem Tag vor dem Lockdown, wieder eingeführt wurde, soll jedenfalls bis Ende August, vermutlich aber dauerhaft aufrecht bleiben. „Wir bereiten einen Beschluss vor, dass das endgültig wieder so sein wird“, sagte Wrabetz. Denn die vergangenen Wochen hätten gezeigt, dass die Durchschaltung nicht nur während der Coronahochzeiten, sondern auch im langsam wieder eintretenden Normalbetrieb positive Programmeffekte habe. „Wir unterstreichen damit auch die Rolle von ORF 1 als Träger von Informationssendungen.“

Auch die Verlängerung der „ZiB 1“ soll beibehalten werden. Die „Seitenblicke“ sollen nach Möglichkeit nicht erst Ende August, sondern bereits Ende Juli auf den Schirm zurückkehren. Hier müsse man sich noch überlegen, was stattdessen auf ORF 1 gezeigt wird. „Es wird aber natürlich nicht die ZiB 20 sein, das wäre sinnlos, wieder eine Nachrichtensendung mit ähnlichen Inhalten anzubieten.“

In Bezug auf die „schwierige Situation“ von ORF 1 will sich Wrabetz eher darauf konzentrieren, „die Dinge, die funktionieren, zu stärken“, als „neue Experimente“ zu machen. Die Kurznachrichten werden zukünftig vom neuen Newsdesk des gemeinsamen Newsrooms erstellt, aber die vertiefende Information und der „etwas augenzwinkernde Informationszugang“ von ORF 1 soll beibehalten werden.

APA/red

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