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Wissenschaftscontent auf TikTok beliebt

Auf TikTok finden sich immer mehr Kanäle mit professionellen, wissenschaftlichen Inhalten.
©unsplash

Für viele Universitäten ist TikTok noch Neuland.

Zwischen unzähligen Unterhaltungsvideos auf der chinesischen Social-Media-Plattform TikTok verbergen sich auch immer wieder Clips mit wissenschaftlichen Inhalten. Nach einer Studie des Knowledge Media Design Institute (KDMI) der University of Toronto verwenden so immer mehr Akademiker den Dienst zur Verbreitung ihrer Forschungsergebnisse. Im Rahmen der Untersuchung untersuchten die Experten das Nutzerverhalten, Datenschutzfragen sowie technische und visuelle Aspekte akademischer Inhalte auf TikTok.

„Leicht zugängliche und verständliche Wissenschaftskommunikation auf TikTok ist für den Forschungsbereich eine sehr gute Strategie, Zielgruppen anzusprechen, die sonst nur schwer zu erreichen sind. Man muss jedoch beachten, dass Inhalte auf TikTok zu 80 bis 90 Prozent Unterhaltung sind. Es geht also weniger um das Vorbeten komplizierter Forschungsergebnisse und mehr darum, Interesse bei den jungen Leuten zu wecken“, so Julian Banse, Experte für digitale Kommunikation. Dabei ist der Aufwand meist geringer als beispielsweise für YouTube-Videos: TikTok lebt von amateurhaft produzierten Videos. Die Nutzer, die zu einem Großen Teil unter 30 Jahren alt sind, legen eher weniger Wert auf Beleuchtung, die Kameraqualität oder das Auftreten auf einem Profil. Dabei gilt: Umso kürzer, humorvoller und interaktiver die Videos sind, umso besser „Das macht TikTok zum spannenden Ort, um neue und breiter zugängliche Formen des Lernens außerhalb von Klassenräumen, Vorlesungssälen und Studienbüchern zu ermöglichen“, meint Studienautor JP King.

Abwägung der Konsequenzen nötig

Den Forschern nach sei TikTok einzigartig, was die Förderung des Nutzer-Engagements anbelangt. Jedoch sei auch das Verständnis von geistigem Eigentum ein anderes, wie Banse erklärt: „Eine Datenschutz-Präzision, wie wir sie aus der Wissenschaft kennen, ist auf TikTok natürlich nicht möglich. Hier gilt es für die Forschungseinrichtungen abzuwägen, wie wichtig ihnen das Erreichen neuer Zielgruppen ist, und Kompromisse einzugehen.“ Wichtig ist es dabei für die Forschungseinrichtungen, die Konsequenzen im Falle eines viral gegangenen Videos abzuwägen. Diese sollten natürlich im Einklang mit den institutionellen Werten stehen.

Trotzdem sei Wissenschaftskommunikation auf TikTok aber ein großer Gewinn – sowohl für die Nutzer als auch für die Forscher. Laut der Studie verbinden derartige Videos Menschen unterschiedlicher Bildungshintergründe und regen sie zum Nachdenken an. „Generell wird Social Media in vielen Bereichen immer wichtiger. Sei es ResearchGate in der Wissenschaft oder LinkedIn für das Erreichen professioneller Zielgruppen. TikTok ist für viele Universitäten noch Neuland, weshalb die paar wenigen auffallen und davon profitieren“, so Julian Banse.

Pressetext/Red.

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