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Wir werden nicht gehört!

Das meint die "Generation Z". Trotzdem sehen die 16- bis 25-Jährigen optimistisch in die Zukunft.
Archiv/ © Hitradio Ö3

Ein Jahr Corona-Ausnahmezustand. Wie geht es der Generation Z? Das wollte eine Umfrage von Ö3 wissen. Das klare Ergebnis: Sie fühlt sich nicht gehört. Trotzdem wehrt sie sich gegen die Bezichnung „verlorene Generation“ und sieht optimistisch in die Zukunft. Dabei ist aber die finanzielle Situation ausschlaggebend für die Sichtweise.

Von 1. bis 21. März führte der Radiosender eine 50 Fragen umfassende Online-Umfrage durch. 35.000 Antworten trudelten ein, rund 15.000 hat das Sozialforschungsinstitut SORA nun ausgewertet. Vor allem Freunde und Musik werden für das Wohlbefinden benötigt. Das sagen ca. 90 Prozent. Das Wahlrecht steht an dritter Stelle mit 79 Prozent. Im Gegensatz zum Jahr 2016 ist das wichtiger geworden. Das wurde in einer Vergleichsstudie zur „Generation What?“ herausgefunden.

Unter der Einschränkung von sozialen Kontakten leiden Schüler, Studenten, Lehrlinge und vor allem auch jene Befragten, die sich in einer schwierigen finanziellen Situation befinden. Finanzen sind ein großes Thema. Ein Drittel macht sich Sorgen über leistbares Wohnen, ihre finanzielle Situation und soziale Unruhen. Umweltschutz ist für die Generation Z äußert wichtig. Mit rund 45 Prozent sehen die 16- 25 jährigen dies als Hauptsorge. Zuwanderung ist jedoch nur für 12 Prozent relevant.

Beim Bildungssystem glaubt nur die Hälfte der Befragten, dass jeder die gleiche Chance hat. Vor allem bei Schülern und Personen mit schwieriger finanzieller Lage trat ein Vertrauensverlust ein. Trotzdem sehen zwei Drittel der Befragten positiv in die Zukunft.

Rund drei Viertel der Befragten fürchten, den Schuldenberg nach der Pandemie alleine tragen zu müssen. Gleichzeitig meinen 94 Prozent, dass es ohne gegenseitige Solidarität im Leben nicht geht (2016: 78 Prozent). Ist den Entscheidungsträgern im Land all das bewusst? Drei Viertel denken das nicht. Sie fühlen sich von der Politik nicht gehört.

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz betonte, dass das größte Medienunternehmen des Landes von den Umfrageergebnissen lernen möchte. Schließlich müsse man sich als Medienmacher fragen, ob verschiedene Interessenslagen und Lebensrealitäten gebührend abgebildet seien.

Auch Ö3-Senderchef Georg Spatt sieht das ähnlich. Nach Präsentation der Umfrageergebnisse war für ihn klar, dass man der jungen Generation jetzt zuhören müsse. Es muss kritisch hinterfragen werden, ob Sprache und Formate richtig für die junge Generation gewählt seien. Zuletzt habe sich der Radiosender verstärkt mit der Podcast-Szene ausgetauscht und versucht, der „Generation Z“ wichtige Themen verstärkt abzubilden.

 

PA/red

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