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Kommentar von Christian W. Mucha

 

Jetzt wird also ernst. Hoffentlich. Die Bundesregierung will Schluss machen gegen das anonyme Mobbing. Will denen den Garaus machen, die unter falschen Namen, camoufliert, mit einer Maske vor dem Gesicht ihren Emotionen, ihren Hass, ihrer Bösartigkeit, ihren Gemeinheiten freien Lauf lassen. Und glauben, dass das Internet ein rechtsfreier Raum ist. Einer, wo man andere anpinkeln, anpatzen, sekkieren, mobben, nerven, niedermachen kann.

 

Seit vielen Jahren wettert der ExtraDienst dagegen. Seit der Standard vor vielen Jahren glaubte, ein System salonfähig zu machen, mit dem man sich profilieren und vor allem online unheimlich viele User generieren kann, waren wir von ExtraDienst Bollwerk gegen diese übelste Form des Boulevards. Denn einerseits wetterten Oscar Bronner und Co. gegen die – ihrer Meinung nach billige – Art des Zeitungsmachen von Krone, Österreich und Heute und waren in Wahrheit um nichts besser.

 

Denn es ist die schändlichste Form der Geschäftemacherei mit den niedrigsten Instinkten der Menschen, wenn man anonyme Trolle ermuntert, auf den Internetseiten und in den Foren ihre Ekelhaftigkeiten abzusondern. Und beim Standard hat man geglaubt, das noch ganz besonders elegant zu machen. Mit sogenannten moderierten Foren. Wo Sittenwächter sitzen, die behaupten, dafür zu sorgen, dass nur das, was politisch korrekt ist, „on air“ geht. Mit einer Anmeldung. Mit Klarnamen am Anfang aber Falschnamen bei der Veröffentlichung. Es war ein Versprechen. Nicht mehr. In Wirklichkeit war es ein leeres Versprechen. Denn selbstverständlich ist jeder Bösartigkeit Tür und Tor geöffnet, wenn es um das anonyme Posten geht.

 

Bundeskanzler Kurz, seine Regierungsmannschaft und auch dem Regierungspartner (der sich in dieser Causa freilich sehr zurückhaltend verhält – warum wohl) würden dicke Orden gebühren, wenn sie mit dieser Unsitte des heimischen Medienwesens schlussmachen würden.

 

Es wird Zeit, dass die Trolle aus dem Tageszeitungsgeschäft verschwinden. Dass die anonymen Poster das machen müssen, was jeder Mensch, der Hirn, Herz, Nerv und Verstand hat, als selbstverständlich sieht – so wie wir das sehen: Wenn ich in ExtraDienst einen Kommentar bringe, dann passiert das unter meinem Namen. Mit meinem Gesicht. Wenn ich etwas kritisiere, dann mache ich das mit offenem Visier. So wie sich das für jeden anständigen Menschen gehört. Im Standard haben die Unanständigen ihren Platz gefunden. Es wird Zeit, dass denen das Handwerk gelegt wird. Denn es sind viel mehr, als man gemeinhin annehmen würde.

 

Christian W. Mucha

Bildcredit: Pixabay