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Wenn Frauen zu Kühen werden

Ein Werbespot der südkoreanischen Seoul Milk verwandelt Frauen in Kühe - und erntet einen Shitstorm der Sonderklasse.
©unsplash

Viele User empfinden es als äußerst sexistisch, Frauen mit Kühen gleichzusetzen.

Ein mit Kamera ausgestatteter Mann, der sich an eine Wiese anschleicht, um Frauen heimlich bei ihren Yoga-Übungen zu fotografieren. Klingt jetzt bereits kritisch. Die Wendung des neusten Werbespots der südkoreanischen Milch-Kooperative Seoul Milk setzt aber noch einen drauf: Der besagte Mann tritt auf einen Ast, woraufhin die Frauen aufschrecken – und sich in Kühe verwandeln. Kein Wunder also, dass dieser Clip im Netz für Ensetzen sorgte. Aber sehen Sie selbst:

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Von Sexismus und illegalem Filmen

„Sie trinken reines Wasser aus unberührter Natur, konsumieren umweltfreundliche Bio-Ernährung und leben friedlich in einer beschaulichen Umgebung“, erzählt der Hobbyfotograf am Anfang der Werbung. Hier erinnert das ganz noch an eine Art Natur-Dokumentation. Was sich der Konzern aber dabei gedacht hat, nicht nur auf illegalen Kamera-Voyeurismus anzuspielen, sondern dann auch noch derart sexistisch Frauen in Kühe zu verwandeln, verstehen viele User im Internet nicht. Möglicherweise soll die Verwandlung an Tarnmechanismen mythologischer Gestaltwandler erinnern.

Für den Spot, der Ende November auf YouTube hochgeladen wurde, hagelte es massive Kritik. Nicht nur der Sexismus schien vielen Nutzern aufzustoßen, sondern auch die Thematik um das heimliche filmen. „Molka“ nennen es die Koreaner, wenn voyeuristische Aufnahmen von leicht- oder unbekleideten Frauen illegal angefertigt werden. Laut „Korea Times“ ist dies in Südkorea eine regelrechte Plage, so hat es von 2013 bis 2018 rund 30.000 angezeigte Fälle gegeben – von Aufnahmen auf Toiletten, in Badezimmern oder Umkleidekabinen ist alles dabei.

Öffentliche Entschuldigung

Rund zehn Tage hielt Seoul Milk an dem Spot fest, bevor ihnen die Kritik zu viel wurde und sie den Spot von sämtlichen Plattformen entfernten. Kurze Zeit später veröffentlichte der Konzern ein Statement auf seiner Webseite. „Wir entschuldigen uns aufrichtig bei all jenen, die sich bei dem Milch-Werbevideo unwohl gefühlt haben“, hieß es darin. Seoul Milk beteuerte zudem, die Sache ernstzunehmen und in Zukunft besser aufzupassen, dass derartige Probleme nicht wieder vorkommen.

Pressetext/Red.

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