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Welcome to the Club(house)

Die neue App „Clubhouse“ wird derzeit gehypt wie kaum eine andere. Social-Media-Expertin Barbara Wimmer verrät im Interview mit ExtraDienst, welches Potenzial der neue Dienst hat und warum Bedenken dagegen bestehen.
© Adobe Stock

Wer in der österreichischen Medienbranche etwas auf sich hält, ist längst dabei: Die neue Social-Media-App „Clubhouse“ ist derzeit Gesprächsthema Nummer eins. Doch wer mitmachen möchte, muss erst eingeladen werden, so die Regel. Wie die App genau funktioniert und ob sie sich wirklich gegen Facebook und Co. behaupten kann, beantwortet Social-Media-Expertin und Buchautorin Barbara Wimmer.

EXTRADIENST: Was ist das Konzept von Clubhouse, und wie funktioniert die App?
Barbara Wimmer: Clubhouse ist eine Social-Media-App, die rein auf Audio setzt. Menschen können in privaten und öffentlichen Räumen miteinander sprechen und sich austauschen. Jeder Nutzer kann eine Talk-Runde zum Thema seiner Wahl erstellen. Manche Gesprächsrunden umfassen mehrere tausend Menschen, je nachdem, wie bekannt die Moderatoren oder die eingeladenen Gäste sind. Es ist ein wenig, als würde man einem Podcast zuhören, aber mit der Möglichkeit, sich selbst am Gespräch zu beteiligen, wenn die Moderatoren dies zulassen.

ED: Für welche Betriebssysteme ist die App konzipiert?
Wimmer: Die App ist derzeit nur für iOS verfügbar. Die Entwickler, die in Kalifornien angesiedelt sind, haben aber unlängst angekündigt, ein Entwickler-Team für Android zusammenzustellen. Das bedeutet aber, dass es noch dauern wird, bis die App auch für Android verfügbar sein wird.

ED: Clubhouse hat eine restriktive Einladungspolitik. Wie beurteilen Sie das?
Wimmer: Die App kann man derzeit nur mit Einladung nutzen. Das führt dazu, dass sie sich natürlich nur in bestimmten Kreisen verbreitet und dies nicht gerade die Diversität fördert. Buddys laden ihre Buddys ein, daher bestand gerade anfangs ein starker Männerüberhang bei Diskussionsrunden. Das finde ich natürlich nicht gut, denn Diversität ist wichtig. Die App ist aber nicht die erste Social-Media-Plattform, die auf das Invite-Prinzip zurückgreift. Auch Facebook oder Google Wave haben das gemacht, um Early Adopters für ihre Plattformen zu gewinnen. Wenn man eine App testen möchte, macht es aus entwicklungstechnischer Sicht durchaus Sinn, diese nur für ausgewählte Personen zugänglich zu machen. Was mich persönlich besonders stört, ist die Tatsache, dass ein Invite verknüpft ist mit der Bedingung, sein Telefonbuch preisgeben zu müssen. Dieses Prinzip „Invite gegen Daten“ halte ich für schwerst bedenklich…

Von Tanja Holz

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