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Weitere Inhaftierung einer Journalistin im Iran

Genauer Grund unbekannt
© Unsplash

Seit der Ermordung der iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini Mitte September halten die Proteste im Iran an

Die Proteste im Iran ziehen ihre Kreise. Nun wurde eine weitere Journalistin einer bekannten Reformzeitung inhaftiert. Wie die Zeitung „Shargh“ (Osten) am Mittwoch berichtete, ist die Reporterin Nastaran Farache am Sonntag von Sicherheitskräften festgenommen worden. Ihr Handy und ihr Laptop seien zudem beschlagnahmt worden. Der Grund für die Festnahme wäre zunächst unbekannt, schrieb das Blatt weiter. In den vergangenen Wochen kam es bereits zu mehreren Inhaftierungen von „Shargh“-Journalistinnen.

Nach Angaben des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) in New York wurden im Rahmen der landesweiten Demonstrationen bereits mehr als 60 Medienschaffende verhaftet. Die Möglichkeiten der Berichterstattung sind im Land massiv eingeschränkt. Immer wieder kommt es auch zu Störungen und Sperren des Internets. Auf einer Rangliste der Pressefreiheit der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) liegt der Iran auf einem der letzten Plätze.

Ausgelöst wurden die Massenproteste im Iran durch die Ermordung der iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini Mitte September. Sie starb im Polizeigewahrsam, nachdem sie wegen angeblichen Verstoßes gegen die islamistischen Kleidungsvorschriften verhaftet und schwer misshandelt worden war. Nach Einschätzungen von Menschenrechtlern wurden seitdem mindestens 450 Demonstrantinnen und Demonstranten getötet und rund 18.000 Protestteilnehmende verhaftet.

Einige der inhaftieren Journalistinnen sitzen im berüchtigten Evin-Gefängnis in der Hauptstadt Teheran. Auch die Journalistin Nilufar Hamedi der Reformzeitung „Shargh“, die den Fall Amini als eine der ersten bekannt gemacht hatte, sowie ihre Kollegin Elaheh Mohammadi sind dort inhaftiert. Seitens das Regimes versucht man die Inhaftierungen mit Anschuldigen zu rechtfertigen. Der Geheimdienst bezeichnete die Frauen jüngst als ausländische Agentinnen. Die Zeitung wies die Vorwürfe zurück.

 

APA/ Red.

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