Skip to content

Vorwurf der Propaganda

Menschenrechtsaktivistin und Journalistin in Vietnam zu neun Jahren Haft verurteilt
© Pixabay

Pham Doan Trang, eine prominente Menschenrechtsaktivistin und Journalistin, ist von einem Gericht in Vietnam zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Grund für die Verurteilung: Die Justiz hatte der mit europäischen Menschenrechtspreisen ausgezeichneten Autorin „Propaganda gegen den Staat“ vorgeworfen. Trotz der jahrzehntelangen Öffnung für ausländische Investitionen zensiert das kommunistische Land die heimischen Medien streng und zeigt sich intolerant gegen Andersdenkende. Im Oktober 2020 wurde die 43-Jährige in Ho-Chi-Minh-Stadt festgenommen. Menschenrechtsgruppen zufolge saß sie mehr als ein Jahr in Untersuchungshaft. Sogar Zugang zu einem Anwalt sei ihr verwehrt worden.

Pham Doan Trang hat unzählige Artikel, Blogs und Bücher über Politik, soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte verfasst. Darüber hinaus ist die die Gründerin des Onlinemagazins Luat Khoa und Redakteurin beim Onlinemagazin thevietnamese. „Die beiden Medien helfen den vietnamesischen Bürgerinnen und Bürgern, die Gesetze des Landes zu verstehen, ihre Rechte zu verteidigen und sich gegen die autoritäre Herrschaft der Kommunistischen Partei zu wehren“, hatte „Reporter ohne Grenzen“ ihre Arbeit im November gewürdigt. Im Jänner 2020 meldetet sich die Menschenrechtsaktivistin zu einem hochsensiblen Konflikt um Landrechte im Dorf Dong Tam zu Wort, bei dem drei Polizisten und ein Dorfvorsteher ums Land gekommen waren. Bei dem Konflikt ging es um den Bau eines Militärflughafens auf Ackerland, welches die Dorfbewohner beanspruchen.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat am Montag gefordert, alle strafrechtlichen Anklagen gegen Trang fallen zu lassen. Sie solle sofort freigelassen werden. „Das Verfahren gegen sie und der menschenrechtsverletzende Umgang mit ihr verstoßen gegen den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte, den Vietnam 1982 ratifiziert hat“, hieß es in einer Mitteilung.

APA/ Red.

Gefällt Ihnen der Beitrag?
Facebook
Twitter
LinkedIn
Telegram
WhatsApp
Email