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Vorschlag zur Besteuerung von Internetriesen

Die OECD-Anregung betreffend Google und Co zielt auf Sitz der Nutzer, nicht der Firmen ab.
© pixabay.com / TheDigitalArtist

Die OECD legte einen Vorschlag zur Besteuerung von internationalen Internetgiganten vor

Im Streit um eine gerechtere Besteuerung großer Internetriesen hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) einen ersten Lösungsvorschlag vorgelegt. Es handle sich dabei um einen „einheitlichen Ansatz“ auf internationaler Ebene, teilte die OECD mit Sitz in Paris mit. Darüber, wo und wie insbesondere große Internetunternehmen wie Google, Amazon oder Apple Steuern zahlen, wird zwischen den großen Wirtschaftsmächten schon länger heftig diskutiert.

Der nun von der OECD vorgelegte Entwurf sieht unter anderem vor, dass die Besteuerung sich nicht nur am jeweiligen Firmensitz orientiert, wie aus dem Papier hervorgeht. Stattdessen sollen internationale Unternehmen auch dort Abgaben zahlen, wo Kunden beziehungsweise Nutzer von Dienstleistungen sitzen und die Unternehmen Gewinne erzielen. Darauf hatten sich die Finanzminister der Top-Wirtschaftsmächte (G7) bei einem Treffen bei Paris im Sommer bereits grob verständigt. Bis Jänner 2020 soll auf Ebene der OECD ein globales Regelwerk vereinbart werden. Das Papier soll in der kommenden Woche beim Treffen der G20-Finanzminister in Washington präsentiert werden und steht nun zur öffentlichen Diskussion.

„Sollte bis 2020 keine Einigung erzielt werden, würde dies das Risiko, dass die Länder einseitig handeln, erheblich erhöhen, mit negativen Folgen für eine ohnehin schon fragile Weltwirtschaft“, erklärte OECD-Generalsekretär Angel Gurría laut Mitteilung. „Wir dürfen nicht zulassen, dass dies geschieht.“

Paris hatte zuletzt im Alleingang die Digitalsteuer auf nationaler Ebene eingeführt. Viele der von der Steuer betroffenen Unternehmen haben ihren Firmensitz in den USA. Präsident Donald Trump hatte infolgedessen mit Strafzöllen auf französischen Wein gedroht. Auf EU-Ebene war die Einführung einer Digitalsteuer für Online-Riesen im März gescheitert. Deutschland und Frankreich hatten bis zuletzt versucht, die Digitalsteuer in Europa in abgespeckter Variante durchzusetzen.

Der Online-Händler Amazon begrüßte den Vorschlag der OECD. Ein breites internationales Abkommen sei von entscheidender Bedeutung, um das Risiko der Doppelbesteuerung und verzerrender einseitiger Maßnahmen zu begrenzen und so ein Umfeld zu schaffen, welches das Wachstum des Welthandels fördert. Der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber lobte, dass die OECD-Vorschläge sich endlich vom antiquierten Konzept einer physischen Betriebsstätte bei der Besteuerung lösen. „Das ist der richtige Ansatz für das digitale Zeitalter.“

 

APA / RED

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