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Vor den Taliban geschützt

Google sperrt E-Mail Konten afghanischer Regierung
© Pixabay

Nach der Machtergreifung der Taliban soll nun Google wichtige Regierungskonten vorläufig gesperrt haben

Wie ein ehemaliger Mitarbeiter eines afghanischen Ministeriums gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagte, versuchen die Taliban an E-Mails der bisheriger Regierung zu gelangen, die von den USA unterstützt worden war. Sie hätten ihn aufgefordert, auf dem Ministeriums- Server gespeicherte Date zu sichern. Er selbst habe diesen Befehl nicht befolgt und sei untergetaucht. Deswegen hat Google nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan einem Insider zufolge eine Reihe von E-Mail- Konten der bisherigen Kabuler Regierung vorläufig gesperrt. 

Am Freitag erklärte Google, dass der Konzern die Situation in Afghanistan beobachte und Maßnahmen ergreife, um relevante Konten zu schützen. Aus den öffentlich zugänglichen Daten über den E-Mail-Verkehr geht hervor, dass etwa zwei Dutzend staatliche Stellen in Afghanistan die Server von Google für E-Mails genutzt haben. Dazu zählen unter anderem das Ministerium für Finanzen, Industrie, Hochschulen und Bergbau. Auch das Protokollbüro des afghanischen Präsidenten gehöre zu den Nutzern, ebenso wie einige Behörden. „Das wäre eine wahre Fundgrube an Informationen“, sagte Chad Anderson, Experte bei der Internet-Sicherheitsfirma DomainTools. „Allein eine Mitarbeiterliste auf einem Google Sheet ist ein großes Problem“, sagte er mit Blick auf Berichte über Repressalien gegen bisherige Regierungsmitarbeiter.

Darüber hinaus gehe aus den Daten hervor, dass auch die E-Mail-Dienste von Microsoft von mehreren afghanischen Regierungsstellen genutzt wurden, so etwa vom Außenministerium und vom Präsidialamt. Jedoch sei diesbezüglich unklar, ob auch Microsoft Maßnahmen ergreifen werde, um zu verhindern, dass Daten in die Hände der Taliban fallen. Das Softwareunternehmen lehnte bisher eine Stellungnahme ab. Der Experte Anderson sagte, er halte die von den USA aufgebaute IT-Infrastruktur für einen bedeutenden Faktor für die Taliban. Die dort gespeicherten Informationen seien „wahrscheinlich viel wertvoller für eine neue Regierung als alte Hubschrauber“, heißt es.

APA/ Red.

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