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Vertrauen in Medien in Corona-Zeiten gestiegen

Staatliche Hilfe war laut internationalem Forschungsprojekt allerdings kein Anlass für Strukturreformen.
© Pixabay

CoViD-19 hat in der jüngsten Vergangenheit bis zu 70 Prozent der Berichterstattung in Nachrichtenmedien ausgemacht

Die Coronakrise hat nahezu alle Nachrichtenmedien an Reichweite und Vertrauen gewinnen lassen, während Soziale Medien an Vertrauen verloren haben. Das geht aus dem heute publizierten Media for Democracy Monitor (MDM) 2020 hervor. Viele Regierungen haben den Medien weltweit finanziell unter die Arme gegriffen. Das werbebasierte Geschäftsmodell vieler Medien habe sich aufgelöst.

Laut dem Forschungsprojekt, das Kommunikationswissenschaftler unter dem Dach der Euromedia Research Group im ersten Halbjahr 2020 in 18 Ländern weltweit durchgeführt haben (https://kutt.it/mdm2020-covid), sind 30 bis 50 Prozent der Werbeeinnahmen im Vergleich zu den Vorjahren ausgefallen. In der Folge haben weltweit Hunderte von Tageszeitungen den Druck auf Papier eingestellt und erscheinen nur noch online.

Zahlreiche nationalen Regierungen haben den Medien finanziell unter die Arme gegriffen, selbst jene, die bisher jegliche Form von Mediensubventionen entrüstet abgelehnt haben, wie in dem Bericht betont wird. Dazu zählen etwa Deutschland, das einen Fonds mit 200 Mio. Euro für die Medien aufgelegt hat, aber auch Großbritannien (umgerechnet 39 Mio. Euro) und Kanada. Auch Finnland hat sein längst aufgegebenes Subventionsregime reanimiert.

Bestehende Subventionen wurden aufgestockt

Andere Länder haben die bestehenden Subventionen aufgestockt, so hat Österreich die Presseförderung um den Faktor 1,5 erhöht, und Einmalzahlungen an die privaten Fernsehveranstalter beschlossen. Schweden hat zusätzliche 70 Mio. bewilligt, und die Niederlande haben zunächst 10 Mio. für die Medien zur Verfügung gestellt, mit der Perspektive, im Herbst weitere 24 Mio. Euro nachzuschießen.

Inhaltsanalysen hätten gezeigt, dass CoViD-19 bis zu 70 Prozent der Berichterstattung der Nachrichtenmedien ausgemacht haben und wohl immer noch ausmachen, hieß es in der Pressemitteilung zu dem Forschungsbericht. Gleichzeitig hätten die digitalen Plattformen (alias „Social Media“) noch nie so viele Falschinformationen verbreitet wie während der Pandemie.

Nur wenige der untersuchten Regierungen hätten die Gelegenheit ergriffen, über die Pandemie hinaus eine Strategie zur Bekämpfung der schon vorher bestehenden Digitalisierungskrise der Medien zu entwickeln, wurde kritisiert. Die Krise sei leider nicht als Selektionsmechanismus für längst überfällige Strukturreformen verstanden oder genutzt worden.

APA/red

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