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Ungarische Philosophin Ágnes Heller gestorben

Sie galt als Vertreterin eines modernen Liberalismus und wäre Gastrednerin beim Forum Alpbach gewesen.
© Mediendesign, Wien (Edition Konturen) / Georg Hauptfeld

Die ungarische Philosophin, Soziologin und Buchautorin Ágnes Heller (Edition Konturen) ist am Freitagabend im Plattensee-Bad Balatonalmadi gestorben. Das bestätigte die Ungarische Akademie der Wissenschaften, in deren Ferienheim sie zu ihrem Todeszeitpunkt Urlaub machte. Laut Augenzeugen schwamm Heller, die vor einer Woche ihren 90. Geburtstag gefeiert hatte, auf den See hinaus und kehrte nicht mehr zurück.

Heller (1929–2019) war Schülerin von Georg Lukács. Gemeinsam mit ihrer Mutter entging sie dem Holocaust in Budapest nur knapp. Ihr Vater und viele Verwandte wurden ermordet. Sie beteiligte sich aktiv an der ungarischen Revolution von 1956. Nach langer politischer Unterdrückung emigrierte sie 1977 als Professorin für Soziologie nach Melbourne. 1986 wurde sie Nachfolgerin von Hannah Arendt auf deren Lehrstuhl für Philosophie an der New School for Social Research in New York.

Heller lebte zuletzt in Budapest. Sie galt als Vertreterin eines modernen Liberalismus und Gegnerin der Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban. Heller hätte bei der Eröffnung des diesjährigen Forum Alpbach am 18. August sprechen sollen.

APA/PA/red

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