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Überraschender Freispruch im Mordfall Kuciak

Slowakischer Millionär entgeht aus Mangel an Beweisen einer Haftstrafe.
© Pixabay

Hammer bei Gericht

Der als Drahtzieher angeklagte Millionär Marian K. ist im Prozess um den Mord an dem slowakischen Enthüllungsjournalisten Jan Kuciak aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden. Es sei nicht nachweisbar, dass K. und die mitangeklagte Alena Z. den Mord in Auftrag gegeben hätten, sagte die Vorsitzende Richterin Ruzena Sabova bei der Urteilsverkündung am Donnerstag (3.9.) in Pezinok.

Angehörige und die Staatsspitze reagierten entsetzt auf den Freispruch. Der 27-jährige Kuciak, der als Journalist zu Verbindungen zwischen der italienischen Mafia und slowakischen Politikern recherchiert und sich auch intensiv mit K.s Geschäften befasst hatte, war im Februar 2018 zusammen mit seiner Verlobten Martina Kusnirova erschossen worden. Ausgeführt hatte den Mord der Ex-Soldat Miroslav M., der deshalb im April zu 23 Jahren Gefängnis verurteilt wurde (ExtraDienst berichtete!).

K. stand im Verdacht, den Mord in Auftrag gegeben zu haben. Laut Anklageschrift wollte K. damit weitere Enthüllungen über seine Aktivitäten verhindern. Die Staatsanwaltschaft hatte jeweils 25 Jahre Haft für den Unternehmer und seine beiden mutmaßlichen Komplizen, Z. und Tomas S., gefordert.

Richterin Sabova verurteilte den Geschäftsmann nun aber lediglich zu einer Geldstrafe von 5.000 Euro wegen illegalen Waffenbesitzes. In K.s Haus waren im Zuge der Ermittlungen 60 Kugeln Munition gefunden worden.

K. hatte die Vorwürfe immer bestritten. „Ich bin kein Heiliger, aber ich bin auch kein Mörder. Und ich bin sicher kein Dummkopf, der nicht weiß, wohin der Mord an einem Journalisten führen würde“, erklärte er im Juli vor Gericht.

Z. wurde freigesprochen. S., der als Fluchtfahrer fungierte, wurde hingegen zu 25 Jahren Haft verurteilt und muss den Familien der Ermordeten jeweils 70.000 Euro zahlen.

Der zuständige Staatsanwalt legte nach eigenen Angaben kurz nach der Gerichtsentscheidung Berufung ein. Ein Anwalt von Kuciaks Familie sagte, das Urteil sei „sachlich falsch“.

Der Vater des ermordeten Journalisten, Jozef Kuciak, sagte nach der Urteilsverkündung vor Reportern, er fühle sich „wie gelähmt“. „Wir können nur hoffen, dass die Gerechtigkeit letzten Endes siegen wird“, fügte er hinzu.

APA/red

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