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Twitter soll „genaueste Informationsquelle“ werden

Twitter-Gründer stellt Frage: "Genau in wessen Augen?"
© Unsplash

Elon Musk plant weitere Änderungen für seine jüngst erworbene Plattform Twitter

Der neue Twitter-Eigentümer Elon Musk hat angekündigt, den Kurznachrichtendienst zur „mit Abstand genauesten Informationsquelle über die Welt“ zu machen. „Das ist unsere Mission“, schrieb Musk am Sonntagabend (Ortszeit) in einem Tweet und löste damit eine lebhafte Debatte unter den Nutzern aus, die sich fragen, wie er das bewerkstelligen wolle. “ Auch Twitter-Gründer und ehemaliger Vorstandschef Jack Dorsey fragte: „Genau in wessen Augen?“

Der Tesla-Chef hatte angekündigt, ein Gremium mit „sehr unterschiedlichen Standpunkten“ einzurichten, das die Inhalte auf Twitter moderieren soll. Bevor dieses Gremium nicht zusammengetreten sei, würden keine Entscheidungen über Inhalte oder die Wiederaufnahme von Inhabern ausgeschlossener Konten fallen.

Sorge um Twitter: Tummelplatz für Rechte und Verschwörungstheoretiker?

Sich selbst bezeichnet Musk als absoluten Verfechter der in der US-Verfassung garantierten „freien Rede“. Dennoch löste seine Position Sorgen aus, dass Twitter zum Sammelplatz für extreme Ansichten oder Verschwörungstheorien werden könnte. Ein Grund für diese Annahme ist die Kündigungswelle Ende der vergangenen Woche, von der auch Teams betroffen waren, die bisher die Inhalte bei Twitter moderiert und geprüft hatten. Musk hatte nach der 44 Milliarden Dollar schweren Übernahme von Twitter etwa die Hälfte der 7.500 Mitarbeiter entlassen.

Laut einem Medienbericht der Nachrichtenagentur Bloomberg versucht das Unternehmen inzwischen Dutzende von den gekündigten Mitarbeitern zurückzuholen. So seien Einige irrtümlich gekündigt worden, bei anderen habe das Management erst im Nachhinein erkannt, dass sie für die neuen Funktionen wichtig sein könnten, die Musk bei Twitter einführen will, berichtet Bloomberg unter Berufung auf mit der Entwicklung vertraute Personen. Twitter tätigte zunächst keine Stellungnahme.

Kostenpflichtiger blauer Haken

Eine weitere Neuerung bei Twitter ist die am Samstag eingeführte Bezahlpflicht für die Nutzung des blauen Verifizierungshakens, der die Echtheit eines Nutzers bestätigt. Bis jetzt war die Vergabe des Symbols kostenlos. Nun soll das blaue Häkchen acht Dollar pro Monat kosten. Es sind die ersten Änderungen die auf Musk zurückgehen. Des Weiteren soll mit „Twitter Blue“ zahlenden Nutzern weniger Anzeigen eingeblendet werden. Auch sollen sie längere Videos hochladen können. Damit will der Tech-Milliardär die Einnahmen der Plattform steigern. Bei Namensänderungen sollen die Nutzer das Häkchen umgehend verlieren, wie der neue Eigentümer ankündigte.
Die „New York Times“ berichtete am Sonntag, Twitter wolle mit der Umsetzung bis nach den US-Zwischenwahlen am Dienstag, 08. November 2022, warten. Die „Midterms“ gelten als Prüfstein für Twitter nach der Übernahme durch Musk. Kritiker befürchten hingegen, dass das Netz zusammenbrechen könnte.

Eine weitere Änderung beim Kurznachrichtendienst ist die sofortige Sperrung, wenn Nutzer sich auf Twitter für jemand anderen ausgeben. Diese sollen dauerhaft und ohne Vorwarnung gesperrt werden – es sei denn, sie kennzeichnen ihren Account als „Parodie“. Bisher hatte Twitter Nutzerinnen und Nutzer zuerst gewarnt.

 

APA/ Red.

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