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TV-Sperre für steirischen Pfarrer

Ein Pfarrer aus Hartberg darf seine Messen künftig nicht mehr auf ORF senden, da diese nicht den katholischen Richtlinien entsprechen würden.
©unsplash

Der katholischen Kirche sind ihre liturgischen Formalien sehr wichtig.

Ein Gottesdienst in einer Disco? Klingt nach einem Film, doch 2009 trug sich dies in der Nähe des steirischen Hartberg tatsächlich zu. Im Mittelpunkt: Pfarrer Josef Reisenhofer. Nicht nur in seiner Umgebung wurde er für seine unkonventionellen Messen und so machen Tabu-Bruch gefeiert – der Geistliche hatte eine große Fangemeinde, die durch seine im ORF übertragenen Messen auf ihn aufmerksam wurde. Doch damit ist nun Schluss. Pater Reisenhofer soll künftig nicht mehr im Fernsehen zu sehen sein, wie die Diözese Graz-Seckau am heutigen Mittwoch bestätigte.

Als Grund schob Sprecher Thomas Stanzer vor, dass auch andere Pfarren nicht benachteiligt und ihre Messen im ORF übertragen werden sollten. Außerdem hätte der beliebte Pfarrer die liturgischen Kriterien wiederholt nicht eingehalten. Dabei ging es unter anderem um die oftmals eher ungewöhnliche Liederauswahl, aber auch um die verwendete Sprache bei seinen Predigten. Da die Kirche aber streng hinter ihren althergebrachten Formalien steht, hätte man immer wieder das Gespräch mit Reisenhofer gesucht, jedoch kam es entgegen aller Vereinbarungen immer wieder zu Abweichungen.

Aufruhr in der Fangemeinde

Die begeisterten Anhänger zeigen sich nun entzürnt, weil ihr Lieblingspfarrer nicht länger im Fernsehen zu sehen sein wird, und meldeten sich mit zahlreichen Beschwerden bei der Diözese. Stanzer jedoch betont, dass es schlichtweg zu viele kritische Stimmen gegeben hätte, sowohl unter den Geistlichen, als auch unter den anderen Christen: „Da gab es auch Leute, die das nicht gut fanden.“ Trotzdem schließt er nicht aus, dass Reisenhofer irgendwann wieder im TV zu sehen sein wird – sofern er bereit ist, sich an die formalen Kriterien eines Gottesdienstes zu halten. Fürs Erste möchte man aber anderen Pfarren den Vortritt lassen, da es jetzt schon mehrere Übertragungen aus Hartberg gab.

Dennoch erlaubt man dem Priester, seine Messen via Livestream in alle Teile Österreichs zu senden. Warum genau man keine moderneren Messen im Fernsehen zulassen will, könnte daran liegen, dass sich die Diözese möglicherweise vor Konsequenzen aus Rom fürchtet. Wird die altbewehrte Liturgie nämlich nicht eingehalten, könnten Sanktionen von ganz oben drohen.

APA/Red.

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