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TV-Rückgänge

Sag mir, wo die TV-Millionen sind?
© pixabay.com / mohamed_hassan / Clker-Free-Vector-Images / Montage MG Mediengruppe

Kein fröhliches Jahr war das 2019er in Sachen Fernseh-Werbung. Alle drei großen Anbieter – sowohl ORF als auch die Pro7Sat1Puls4-Gruppe, als auch IP-Österreich mit der RTL-Gruppe – stöhnen unisono: Ein ExtraDienst-Informant und Beobachter des Marktes schildert – hochgerechnet bis zum Jahresende, noch vor dem Vorliegen der Bilanz-Zahlen – die Ergebnisse im heurigen Jahr wie folgt: Beim ORF gebe es ein Minus von rund acht Prozent mit rund 12 Millionen Euro Abgang im Fernseh-Bereich. Bei annähernd gleichem Umsatz wie der ORF samt Sonderwerbeformen, dürfte auch die Pro7Sat1Puls4-Gruppe rund 9 Millionen Euro abgebaut haben. Und bei der RTL-Gruppe – die Pro7Sat1Puls4-Gruppe und der ORF liegen umsatzmäßig etwa gleichauf, die IP um ein Eck dahinter – sollen sich sechs Millionen Euro verabschiedet haben.

Oliver Böhm, ORF-Enterprise-Chef, will die genannten Zahlen nicht kommentieren. Er meint: „Im TV sind wir mit einem blauen Auge davongekommen. Da müssen wir mit rund acht Prozent Rückgang rechnen. Und liegen besser als der Markt allgemein.“ Im Radio habe man rund eine Million Euro Werbe-Spendings gewonnen. 2020 budgetiere man mit weiteren fünf Prozent Minus. Böhm: „Ab 2015 bis 2018 haben wir jedes Jahr ein paar Prozent zugelegt. Alle in der Branche. TV ging es hervorragend. Doch die Zuwächse sind jetzt leider vorbei.“ Vor allem die drei Konzerne Procter & Gamble, Unilever und Henkel hätten maßgeblichen Anteil an den Rückgängen. Böhm: „Da gab es irgendwelche weltweiten Gewinnwarnungen. Keine Ahnung, ob deren Markt in Asien eingebrochen ist, und das hat sich dann auch nachhaltig auf Österreich ausgewirkt. In der gesamten Branche.“ Auch das Marktverhalten von Magenta und A1 Telekom sei heuer unerwartet erfolgt. Böhm: „Bei einer Markt-Neueinführung, die so spektakulär daherkam, hatten wir uns viel mehr an Werbe-Spendings erwartet. Doch beide – sowohl Magenta als auch A1 – haben sehr verhalten agiert.“

Und wo sind die knapp 30 Millionen Euro, die sich im TV-Werbe-Bereich vertschüsst haben, nun gelandet? Ein Insider verrät ExtraDienst, wie das so läuft. Und beweist damit, dass der fast schon dramatische Appell von Oliver Böhm – man solle zusammenhalten, um Google und Facebook die Stirn zu bieten – durchaus seine Berechtigung hat. Alleine beim Match Red Bull Salzburg gegen Napoli seien von einem der Pay-TV-Anbieter fast 30.000 Euro in Google-Werbung investiert worden, um die Nachfrage-Platzierung zu pushen. Ein Ranking-Wettbewerb zwischen DAZN und Sky sei entbrannt, da rinne das Geld weg, wie aus einer offenen Wasserleitung.

Wo sind also die Werbe-Millionen geblieben? Frage beantwortet. Weitere Fragen…

 

Von Christian W. Mucha

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