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Tod eines Zeitzeugen

Italienischer Journalist Ehrmann gestorben
© Pixabay

Der damals auf der historischen Pressekonferenz am 9.November 1989 anwesende italienische Journalist und ehemalige Korrespondent der italienischen Nachrichtenagentur ANSA Riccardo Ehrman ist in Madrid im Alter von 92 Jahren gestorben

31 Jahre ist es her: Der Mauerfall, der Ost- und Westdeutschland wiedervereint hat. Der damals auf der historischen Pressekonferenz am 9.November 1989 anwesende italienische Journalist und ehemalige Korrespondent der italienischen Nachrichtenagentur ANSA Riccardo Ehrman ist in Madrid im Alter von 92 Jahren gestorben. Ehrman hatte in Ost-Berlin dem Chef der staatlichen DDR-Nachrichtenagentur ADN, Günther Pötschke, der Mitglied im SED-Zentralkomitee war, die Frage gestellt, die die Welt veränderte: Die nach dem Reisegesetz.

18.53 Uhr war es, als der SED-Spitzenfunktionär Günther Schabowski auf einer internationalen Pressekonferenz in Ost-Berlin zum neuen DDR-Reisegesetz stockend verkündete: „Das tritt nach meiner Kenntnis…ist das sofort..unverzüglich.“ Ehrman hatte gefragt, wann die Erleichterungen zum Reisegesetz in Kraft treten würden. Mit der Antwort von Schabowski wurde dann de facto der Fall der Berliner Mauer verkündet. „Ich glaube, ich war der Einzige, der wirklich gleich verstanden hat. Ich bin sofort raus und habe ein Fernschreiben an meine Zentrale in Rom geschickt: Ì•Die Mauer ist weg Ì•. Meine Kollegen dort haben erst gedacht: Ì•Der Riccardo ist verrückt geworden Ì•. Und die Meldung ein paar Minuten zurückgehalten. Aber dann haben sie sie doch gesendet“, erzählte der italienische Journalist Jahre später.

Ehrman wurde jedes Jahr zum Tag des Mauerfalls von unzähligen Zeitungen, Radio- und Fernsehsendern in Deutschland Italien und anderen Ländern für Interviews aufgesucht. Er selbst lebte mit seiner Frau Margherita im historischen Zentrum der spanischen Hauptstadt. Er war polnisch-jüdischer Herkunft und wurde am 4. November 1929 in Florenz geboren. Im Alter von 13 Jahren wurde er im Internierungslager von Ferramonti di Tarsia in der süditalienischen Provinz Cosenza inhaftiert, wo er im September 1943 von den Briten befreit wurde. Nach Stationen in Kanada und New York wurde Ehrman Mitte der 1970er-Jahre von ANSA als Korrespondent nach Ost-Berlin entsandt, wechselte 1982 in das Korrespondenzbüro in Neu-Delhi und kehrte 1985 nach OstBerlin zurück. Im Jahr 1991 übernahm er die Leitung des ANSA-Büros in Madrid, wo er bis zu seiner Pensionierung tätig war. Er hinterlässt einen Sohn aus erster Ehe.

APA/ Red.

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