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TikTok Porno-Trend

Sex simulierende Frauen sind der neueste Trend auf dem sozialen Netzwerk
@ Pixabay

Algorithmus spült fragwürdige Clips in den Feed vieler Kinder

Die beliebte Plattorm TikTok lässt wieder mit einem neuen Trend aufhorchen. Aktuell grassieren viele Videos, in denen zumeist Frauen simulieren, dass sie gerade Sex haben. In den Clips sind die Darstellerinnen meistens angezogen und bewegen sich im Takt des imaginären Sexakts. Manche filmen sich so, als ob sich der Partner oder die Partnerin außerhalb der Kamera befindet und die Akteurin quasi von außerhalb des Bildes stimuliert. Akustisch ist das Ganze ebenfalls eindeutig in Szene gesetzt. Bei den Clips mit dem simulierten Geschlechtsakt handelt es sich in der Regel um Livestreams, die auch vielen Personen angezeigt werden, die dem entsprechenden Account gar nicht folgen. Angesichts dessen, dass 25 Prozent der TikTok-Userschaft zwischen zehn und 19 Jahre alt ist, bekommen folglich auch viele Minderjährige die anstößigen Videoclips angezeigt.

Statuten verletzt

Laut den Nutzungsbedingungen der Plattform sind anstößige Inhalte dieser Art nicht erlaubt. Spezifisch wird darin auch festgelegt, dass das Imitieren, Vortäuschen und Darstellen sexueller Handlungen verboten ist. Für Empörung sorgt zudem, dass die Livestreams im Menüpunkt „Für dich“ vorgeschlagen werden, der eigentlich auf dem Nutzerverhalten basieren soll. Tatsächlich ist dies jedoch dem Algorithmus geschuldet, der populäre Beiträge bevorzugt. Und wie bei allen Trends dürfte folglich auch der simulierte Sex-Akt ein Selbstläufer sein, dessen Inhalte vom automatisierten Algorithmus nicht richtig gelesen werden können. Derartige Clips und Livestreams werden nach einer entsprechenden Anzahl an Meldungen zwar entfernt und deren Urheberinnen gesperrt. Um die Inhalte mittels App melden zu können, muss man sie aber zunächst anklicken und zumindest teilweise ansehen.

Zwischen Lust und lustig

Während manche Userinnen den Trend nutzen, um monetäre Belohnungen zu erzielen, sind manche auf den Zug der humoristischen Inszenierung aufgesprungen. Sie filmen sich völlig unbeteiligt etwa beim Lesen eines Buches, während der imaginäre Partner abseits der Kamera während des Sex-Aktes das halbe Zimmer verwüstet. Auch wenn diese Streams eine grotesk-witzige Komponente haben, dürften Eltern dennoch nicht glücklich über diese Inhalte sein. Doch nicht nur die Rubrik „Sex“ lässt in den sozialen Medien immer wieder Gemüter abheben. In der Vergangenheit war etwa Facebook unter heftige Kritik geraten, weil Terror-Angriffe, wie auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch im Jahr 2019, live auf der Plattform übertragen worden war. Auch andere Straftaten bis hin zu Morden wurden immer wieder auf Facebook übertragen. Das soziale Netzwerk hat die Regeln dafür mittlerweile verschärft und greift bei Meldungen auch schneller ein. TikTok wird hier wohl nachziehen müssen. RED.

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