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Mobbing per WhatsApp

 

Jetzt findet die von Roman Rafreider angekündigte Vernichtung seiner Ex statt. Und er hat Helfer.

 

Es gilt als eines der gebräuchlichsten Stilmittel des Journalismus. Als eines der effizientesten, und eines des tiefsten, erbärmlichsten, niederträchtigsten. Wer dem anderen eines auswischen will, aber selber nicht aus dem Schatten treten will, der veranlasst mit dem Journalisten  (das ganze funktioniert aber nur bei einem Interview), dass die Bösartigkeit, die er nicht selber transportieren möchte, in der Frage versteckt wird. Wenn es der  ExtraDienst  von hinten herum erfährt, dass es eine Auseinandersetzung zwischen der frischgebackenen Chefredakteurin Dr. Martina Salomon vom  Kurier  und ihrer Wirtschaftsredakteurin Andrea Hodoscheck gibt und das nicht öffentlich ausgetragen werden soll, dann könnte in einem Interview die Fragestellung lauten: „Man sagt, dass sie eine schwere Auseinandersetzung mit Andrea Hodoschek haben, Frau Dr. Salomon“. Und in der Antwort steht dann drinnen: „Dazu möchte ich mich nicht äußern“. Und jeder, der’s liest, weiß ganz genau, dass sich die beiden gegenseitig das Hackl ins Kreuz hauen. Wie sehr, lesen Sie dann im nächsten ExtraDienst. Aber das ist eine andere Geschichte. Denn diesmal sprechen wir über Roman Rafreider. Und dessen infames Vorgehen. Und pointierter Weise ist just nämlich der  Kurier  involviert, der ihm die Leiter macht. Rafreider, eines dieser glatten Gesichter aus der Armin Wolf Buberl-Partie beim ORF, fesch, telegen, jung, eloquent und, wie wir neuerdings wissen, in Beziehungsfragen der ultimative Kotzbrocken, hat über Facebook- und WhatsApp-Nachrichten seiner Ex-Freundin angedroht, sie „fertig zu machen“. Und dass sie und auch ihr Sohn nie wieder einen Job finden würde. Eine wie Rafreider das selber mittlerweile erkannt hat, „dumme, arrogante, herablassende und nicht zu entschuldigende Nachricht“.

Doch nicht immer ist’s a Hetz mit der Ex. Und die machte den entsprechenden Verkehr jüngst öffentlich. Ein gefundenes Fressen für die Boulevard-Presse. Und da ist es sicher kein Zufall, dass er sein erstes Interview Woman  gab. Dort ist die Chefredakteurin Euke Frank mit Armin Wolf, dem Spezl von Rafreider, natürlich bestens vernetzt. Ist ja schließlich ihr Ehemann.

Und just jenes Frauenmedium, das in #MeToo-Fragen gegen all jene wettert, die auch nur jemals Sexistisches, Untergriffiges oder Mob-Mäßiges abgesondert haben, geht in einem gegengelesenen Interview äußerst sorgfältig mit dem ORF-Kotzbrocken um (nein, damit meinen wir natürlich nicht Armin Wolf, sondern klarerweise Roman Rafreider - nur um das klarzustellen.)

Und danach der Kurier. Dort wird es dann noch viel schlimmer. Weil bei der „Qualiätätszeitung“ wird genau das Stilmittel des Frage-Antwort-Spiels instrumentalisiert: Frage: „Was ist das ominöse Geheimnis Ihrer Ex-Freundin?“ Antwort: „Darüber möchte ich nicht sprechen“. Frage: „Der Anwalt Ihrer Ex-Freundin deutete in einem Boulevard-TV-Interview an, dass sie im Rotlicht-Milieu tätig war, stimmt das?“ Antwort: „Ich möchte dazu ehrlich nichts sagen“.

Gratuliere, liebe Freunde vom Kurier ! Ihr helft Herrn Rafreider mit einer ganzen Seite, das zu tun, was er via Nachrichten angekündigt hat. Ihr macht seine Ex-Freundin, die laut Polizeiprotokoll geschlagen, gemobbt und jedenfalls verbal übelst niedergemacht wurde,  genauso nieder wie das Herr Rafreider sich vorgestellt, angekündigt und versprochen hat. Es  gehört zu den miesesten und übelsten Schurckenstücke des Journalismus, wenn so vorgegangen wird. Lieber  Kurier, wenn ich solche Geschichten lese, dann kommt mir das Kotzen.

Medicratius.

Bildcredit: Pixabay