Skip to content

Syrien weist Verantwortung für Entführung von US-Journalisten zurück

Austin Tice vor zehn Jahren verschleppt
© Unsplash

Die US-Regierung ist sich sicher, dass Austin Tice in Syrien festgehalten wird

Der US-Präsident Joe Biden erhebt Vorwürfe gegen die syrische Regierung, dass diese den vor zehn Jahren verschleppten Journalisten Austin Tice in ihrem Land festhalte. Die Landesregierung wies jedoch jegliche Verantwortung für die Entführung zurück. So seien die entsprechenden Vorwürfe des US-Präsidenten laut dem Außenministerium in Damaskus falsch, wie die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA meldete.

Tice war als freier Journalist in Syrien, als ihn Unbekannte im August 2012 an einem Checkpoint in einem Vorort der Hauptstadt Damaskus verschleppten. Seitdem wurde laut der Familie des Entführten nur ein Video im September 2012 veröffentlicht, das ihn lebend zeigte. Über seine Entführer ist öffentlich allerdings nichts bekannt. Der US-Bürger arbeitete als freier Fotojournalist unter anderem für die „Washington Post„, CBS und die Nachrichtenagentur AFP.

Aussage gegen Aussage

Vor einer Woche erklärte Biden, die US-Regierung wisse „mit Sicherheit, dass er vom syrischen Regime festgehalten worden ist“. Der US-Präsident forderte Syrien auf, die Entführung zu beenden.

Seitens des syrischen Außenministeriums hingegen erklärte man, die Regierung dementiere irgendeinen US-Staatsbürger entführt oder festgenommen zu haben. Es verweis zugleich darauf, dass Tice und andere Amerikaner illegal nach Syrien eingereist seien. Die US-Bundespolizei FBI hat eine Belohnung von bis zu einer Million Dollar ausgelobt für Informationen, die zu seiner Rückkehr führen.

Nach mehr als elf Jahren Bürgerkrieg kontrollieren die Anhänger von Syriens Machthaber Bashar al-Assad wieder rund zwei Drittel des Landes. Menschenrechtsorganisationen haben Erkenntnisse, dass Zehntausende Menschen ohne rechtsstaatliches Verfahren in den Gefängnissen der Regierung verschwunden sind, wo sie Folter und andere Misshandlungen ausgesetzt seien. Das Schicksal vieler ist unbekannt. Unzählige starben demnach oder wurden hingerichtet.

 

APA/ Red.

Gefällt Ihnen der Beitrag?
Facebook
Twitter
LinkedIn
Telegram
WhatsApp
Email
Cookie-Einwilligung mit Real Cookie Banner