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Studie: Klimawandel-Leugner mit mehr Presse

100.000 Artikel analysiert: Skeptiker bekommen mehr Aufmerksamkeit als Klimaforscher.
© pixabay.com / MichaelGaida

Wissenschafter werteten zehntausende Artikel aus Zeitungen, Magazinen und dem Internet aus

Skeptiker des Klimawandels kommen in den Medien laut einer Studie sehr viel häufiger zu Wort als renommierte Klimaforscher. Das ist das Ergebnis einer am Dienstag veröffentlichten Studie, für die Wissenschafter zehntausende Artikel aus Zeitungen, Magazinen und dem Internet auswerteten. Demnach erhielten Leugner der globalen Erderwärmung in den vergangenen Jahren fast 50 Prozent mehr Aufmerksamkeit als Experten auf dem Gebiet. Leugner des menschengemachten Klimawandels hätten sich „zu einer lauten Stimme innerhalb von Politik und Wissenschaftskommunikation“ entwickelt, schrieben die Studienautoren im Fachmagazin „Nature Communications“.

100.000 Artikel analysiert

Die Wissenschafter um den Hauptautor Alexander Petersen von der University of California in Merced hatten 100.000 Artikel analysiert, die zwischen 2000 und 2016 erschienen waren. Dabei untersuchten die Forscher etwa, wie häufig 386 ausgewählte Klimawandel-Skeptiker – darunter Wissenschafter, Wirtschaftsvertreter und Politiker – und 386 renommierte Klimaforscher zitiert oder erwähnt wurden beziehungsweise selbst Verfasser der Artikel waren.

Laut der Studie wurden die Skeptiker des Klimawandels selbst in seriösen Medien wie der „New York Times“ oder dem britischen „Guardian“ öfter zitiert als Klimaforscher. Die „unverhältnismäßige Sichtbarkeit skeptischer Argumentationen und ihrer Akteure in den Medien“ verdrehe „die tatsächliche Verteilung von Expertenmeinungen“ zu den Ursachen des Klimawandels, kritisierten die Studienautoren.

Hohe Aufmerksamkeit für Skeptiker

Die hohe Aufmerksamkeit für die Positionen von Klimawandel-Skeptikern untergrabe die Autorität von Klimawissenschaftern und „verstärkt den Trend, dass Klimawandel-Leugner den öffentlichen wissenschaftlichen Diskurs anführen“, schreiben die Autoren. Den Forschern zufolge wurde das Ungleichgewicht zwischen der öffentlichen Sichtbarkeit von Klimawandel-Skeptikern und Klimaforschern durch Online-Dienste wie Facebook und Twitter noch vergrößert.

 

APA / (Von Marlowe Hood/AFP) / RED

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