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Steht der BBC Amerikanisierung bevor?

Neue Konkurrenten wollen den Fernsehmarkt aufmischen.
© Pixabay

Neue Konkurrenz mit Investoren aus den USA steht der BBC News bald gegenüber.

Richter, die als „Volksfeinde“ gebrandmarkt, und EU-Politiker, die als „dreckige Ratten“ bezeichnet werden. Die britische Boulevardpresse ist alles andere als zimperlich mit ihren Schlagzeilen. Stets reißerisch und immer ein bisschen an der Grenze zwischen Patriotismus und offenem Nationalismus bewegt sich die Mehrzahl der britischen Tabloids, wie die Boulevardblätter in Großbritannien genannt werden.

Im Fernsehen sieht es hingegen anders aus. Hier dominiert die BBC, die große Stücke auf ihre Unparteilichkeit und Integrität hält. Auf patriotische Jubel-Arien oder Seitenhiebe gegen die EU wartet man beim Nachrichtenkanal BBC News vergebens. Auch private Sender wie ITV oder Sky News legen großen Wert auf Unbefangenheit.

Doch besonders in der konservativen Regierungspartei wird der BBC immer wieder mangelnder Patriotismus vorgeworfen. Ein Moderatorenteam des Frühstücksfernsehens handelte sich kürzlich eine Verwarnung ein, weil sie sich über die überdimensionierte Union-Jack-Flagge im Büro eines interviewten Ministers lustig machten. Als BBC-Generaldirektor Tim Davie den Jahresbericht der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt vorlegte, warf ihm ein konservativer Abgeordneter vor, nicht genügend Nationalflaggen darin abgebildet zu haben.

Im Fernsehen sind wohl bald mehr patriotische Töne zu erwarten. Der neue 24-Stunden-Nachrichtensender GB News, der im zweiten Quartal dieses Jahres auf Sendung gehen soll, will der BBC Konkurrenz machen. Dahinter stehen Investoren aus den USA wie der Medienkonzern Discovery. Gesicht und Koordinator des neuen Senders ist Andrew Neil. Der umtriebige Schotte gilt als Veteran im britischen Mediengeschäft. Der 71-Jährige wurde einst als „Chief Attack Dog“ (oberster Kampfhund) der BBC bezeichnet. Doch inzwischen schnappt Neil immer weniger nach der Regierung und immer öfter nach der BBC, die er im vergangenen Jahr nach einem Vierteljahrhundert verlassen hatte.

 

APA/Red.

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