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Starke Frauen!

Die heimische Wirtschaft wird immer weiblicher. Mehr als jedes dritte Unternehmen in Österreich wird von einer Frau geführt. Wie Unternehmerinnen die Krise gemeistert haben und welche Wege sie gegangen sind – wir haben mit ihnen gesprochen.
© WKÖ/Prader

Martha Schultz, Vorsitzende von „Frau in der Wirtschaft“ und Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich

Über 45 Prozent der Unternehmensgründungen in Österreich sind weiblich. Das bedeutet: Chefinnen sind in Österreich ganz klar am Vormarsch – und das ist gut für den heimischen Wirtschaftsstandort. „Österreichs Wirtschaft wird immer weiblicher. Mehr als 130.000 Unternehmerinnen leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die heimische Wirtschaft. Mit Kreativität, Innovationskraft und Einsatz lassen sie sich nicht unterkriegen und beweisen gerade in dieser schwierigen Zeit eindrucksvoll, wie es gelingen kann, gestärkt aus der Krise hervorzugehen“, so die Vorsitzende von „Frau in der Wirtschaft“ und Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich, Martha Schultz. Gerade in der jetzigen Zeit sei es wichtig, Frauen in der Wirtschaft zu unterstützen. Denn meist sind sie es, die Arbeit, Kinder und Haushalt unter einen Hut bringen müssen. „Es gilt, alte und verkrustete Rollenbilder aufzubrechen, es braucht ein Umdenken. Noch immer sind es mehrheitlich Frauen, die den schwierigen Spagat zwischen Job und Familie meistern müssen“, erklärt die oberste Unternehmerinnen-Vertreterin. Wichtig sei es, bestmögliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Möglich werden soll dies zum Beispiel mit einem Rechtsanspruch auf flächendeckende, ganztägige und leistbare Kinderbetreuung. „Nur wenn die Betreuungszeiten an die Arbeitsrealität angepasst werden, ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf möglich“, so Schultz.

Trotz Krise und den damit verbundenen Herausforderungen, sei „fast jede zweite Gründung durch eine Frau erfolgt. Das ist ein starkes Signal“, so Schultz. Zudem werden in Österreich über 38 Prozent der Unternehmen von Frauen geleitet. Wie sie trotz Lockdowns, Kurzarbeit etc. ihre Unternehmen positiv und innovativ durch die Krise führen, haben sie uns erzählt.

Alles unter einen Hut

Katarzyna Pichler, Managing Partner bei InnovaticGroup, stellte die Corona-Krise – wie wohl alle – vor neue Herausforderungen: „Als Geschäftsfrau und Mutter bin ich mit einem Arbeits-pensum von bis zu 18 Stunden am Tag häufig an meine Grenzen gestoßen. Trotzdem habe ich immer nach neuen Wegen gesucht, wie wir diese Situation bewältigen können“, so Pichler. Trotzdem glaubt sie, dass dadurch auch neue Möglichkeiten entstehen können. „Beruflich hat es beispielsweise zu einem lösungsorientierteren Veränderungsmanagement in unserem Unternehmen geführt. Wir haben die Aufgaben noch stärker priorisiert, gleichzeitig sind wir flexibler auf Veränderungen eingegangen. Privat war es für uns am wichtigsten, unseren Kindern eine ‚neue Normalität‘ zu bieten, in der sie sich geschützt und unterstützt fühlen. Gegenseitiges Vertrauen, positives Denken und Rücksichtnahme sind für mich grundlegend, wenn es darum geht, Krisen zu meistern – privat wie beruflich.“ Dabei war es Pichler immer wichtig, Versprechen gegenüber Kunden, Partnern und Mitarbeitern trotz Homeoffice, interner Veränderungen und unterschiedlicher Arbeitszeiten zu halten. „Wir fanden ziemlich schnell einen neuen Modus Operandi und konzentrierten uns auf die Ausführung der Aufgaben. Am Anfang der Corona-Krise kam es durch Homeoffice, virtuelle Meetings und die eingeschränkten Reisemöglichkeiten zu der neuen Business-Realität. Wir haben neue Ansätze verfolgt und viel umorganisiert“, so die Unternehmerin und weiter: „Als Managing Partner von Unternehmen mit den Schwerpunktbereichen Cyber Security, E-Commerce und Digital Business Solutions blicken wir optimistisch in die Zukunft.“

Innovativer Zusammenhalt

Julia Pfneißl-Mauritz, Gründerin und Geschäftsführerin von BeLinked, traf Corona genau ein paar Wochen vor ihrem 10. Firmenjubiläum. „Wir mussten alle unsere zum Teil schon fix fertigen Kongresse absagen und auf unbestimmte Zeit verschieben. Auch personell war die Situation auf einmal mehr als schwierig. An manchen Tagen haben wir einfach nur mehr funktioniert und geschaut, dass wir alles hinter uns bringen, was so ansteht“, so die Unternehmerin. Nach einer ersten Schockstarre baute das Team rund um Pfneißl-Mauritz ihre Kapazitäten weiter aus, um Kongresse auf Online-Plattformen zu verlagern: „Herzstück unserer Kongresse ist ein innovatives Business Matching, und dadurch hatten wir den Vorteil, schon ein Online-Portal zu haben. Wir konnten darauf aufbauen und es adaptieren. Mit diesem Tool bieten wir uns perfekt für Online-Events an, weil die Einzelgespräche nicht persönlich, sondern virtuell stattfinden können. Es wurden noch nie so viele Gespräche ausgemacht wie im letzten Jahr“, so Pfneißl-Mauritz. Durch die aktuelle Situation sei das ganze Team noch mehr zusammengewachsen, und auch die „unglaubliche Loyalität“ ihrer Kunden weiß Pfneißl-Mauritz sehr zu schätzen. BeLinked blickt positiv in die Zukunft: „Was wir seitdem anders machen? Wir lassen uns nicht mehr so schnell aus der Ruhe bringen. Man lernt, mit schwierigen Herausforderungen umzugehen und eine gewisse Resilienz. Wir haben irgendwann nur mehr gesagt: ‚Ok, was steht jetzt an und was ist die Lösung dafür?‘. Das hat gut geklappt.“

Digitale Fitness

Auch Sylvia Oberauer, Gründerin von Boss Fitness, gehört zu den 45 Prozent der weiblichen Unternehmensgründerinnen. Mit einer innovativen App zur betrieblichen Gesundheitsförderung durch individuell zugeschnittene digitale Office-Trainingsprogramme für‘s Büro ist die Unternehmerin seit 2018 erfolgreich auf dem heimischen Markt. Trotz der Pandemie kann Oberauer auch eine positive Entwicklungen feststellen: „Was sich jetzt in der Corona-Krise verändert hat, ist die Offenheit gegenüber digitalen Angeboten und das Bewusstsein, dass Homeoffice nicht nur möglich ist, sondern auch bleiben wird.“ Ihre App, die den Nutzer daran erinnern soll, den Körper beim Arbeiten wieder regelmäßig zu aktivieren und Pausen zu machen, konnte die Unternehmerin während der Lockdowns noch ausbauen. „Unsere Fitness-App für’s Büro und Homeoffice ist für Unternehmen, Selbstständige und seit Kurzem auch für B2C-Kunden verfügbar. Wir haben unsere Plattform während der Pandemie um einen Online-Shop erweitert, wo sich nun alle Vielsitzer ihr Abo holen können“, so die gebürtige Oberösterreicherin. Positiv sieht Oberauer auch die Entwicklung in Sachen Digitalisierung. So sei es „normal geworden, Online-Trainings in Anspruch zu nehmen, und wir freuen uns hier über den großen Zuspruch“, so die Gründerin. „Für uns ist jetzt noch klarer, dass wir mit unserem Angebot am Puls der Zeit sind und die Zukunft den Online-, Offline- & Hybrid-Angeboten gehört.“ Alle Informationen zu Frau in der Wirtschaft bzw den angebotenen Services finden Sie hier: www.unternehmerin.at. 

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