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Soziale Medien verstärken radikale Wortwahl

"Likes" und "Shares" ermutigen Nutzer dazu, ihre Sprache deutlich nachzuschärfen.
@Pixabay

Ein „Like“ kann in vielen Fällen eine Radikalisierung der Wortwahl begünstigen.

Soziale Medien wie Twitter verstärken mit der Zeit Ausdrücke moralischer Empörung, da Nutzer lernen, dass entsprechende scharfe Formulierungen mit mehr „Likes“ und „Shares“ belohnt werden. Das besagt eine aktuelle Studie der Yale University. Am stärksten zeigt sich dieser Effekt demnach ausgerechnet bei Nutzern, deren Netzwerke eigentlich politisch moderat sind. Gerade das ist problematisch, da es womöglich Radikalisierung begünstigt.

„Die Anreize in sozialen Medien verändern den Ton politischer Konversationen online“, warnt Psychologie-Postdoc und Studien-Erstautor William Brady. Mit Kollegen hat er einerseits gemessen, wie stark bei kontroversen Ereignissen die moralische Empörung auf Twitter ausfällt und zudem in kontrollierten Experimenten getestet, ob Algorithmen, die beliebten Content belohnen, zu entrüsteten Worten verleiten. So konnte das Team erstmals zeigen, dass manche Nutzer aufgrund des grundlegenden Designs sozialer Medien tatsächlich immer größere Entrüstung zu lernen scheinen.

 

PA/Red.

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