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Social Media gefährdet Zufriedenheit von Kindern

Mädchen seien laut einer Studie in früherem Alter gefährdet als Buben - das könnte mir der Pubertät zusammenhängen
©unsplash

Viele Kinder haben heutzutage schon früh Kontakt mit sozialen Medien, obwohl die das Mindestalter laut Plattform-Richtlinien oft nicht erreichen

Dass soziale Medien Kindern schaden können, ist längst kein Geheimnis. Eine neue Studie eines internationalen Teams von Wissenschaftlern unter Beteiligung des Oxford Internet Institute, der University of Oxford und der University of Cambridge zeigt nun aber geschlechtsspezifische Unterschiede auf. So empfinden Mädchen bereits im Alter von bis zu 13 Jahren negative Zusammenhänge zwischen der Nutzung sozialer Medien und ihrer Lebenszufriedenheit. Bei Buben ist das erst in einem Alter von 14 bis 15 Jahren der Fall. Geforscht wurde anhand zwei britischer Datensätze von rund 84.000 Personen im Alter zwischen zehn und 80 Jahren. Darunter finden sich auch Längsschnittdaten von 17.400 jungen Menschen im Alter von zehn bis 21 Jahren.

Pubertät als Auslöser?

Die Ergebnisse könnten darauf schließen lassen, dass die Empfindlichkeit gegenüber der Nutzung sozialer Medien mit Entwicklungsveränderungen, möglicherweise Veränderungen in der Struktur des Gehirns oder mit der Pubertät zusammenhängen könnte. Letztere tritt bei Jungen nämlich später auf als bei Mädchen. Der Studie zufolge gleichen sich die Unterschiede aber bereits im Alter von 19 Jahren wieder aus. Wer zuvor soziale Medien intensiv genutzt hatte, büßt dafür im letzten Teenie-Jahr mit geringerer Lebenszufriedenheit. In diesem Alter, so die Forscher, sei es möglich, dass soziale Veränderungen – wie der Auszug aus dem Elternhaus oder die Aufnahme bezahlter Arbeit – die Jugendlichen verletzlicher machen.

„Der Zusammenhang zwischen der Nutzung sozialer Medien und dem psychischen Wohlbefinden ist sehr komplex“, so Amy Orben, Studienleiterin und Psychologin der University of Cambridge. „Ich würde nicht sagen, dass es eine bestimmte Altersgruppe gibt, um die wir uns alle Sorgen machen sollten. Wir sollten alle über unsere Nutzung sozialer Medien nachdenken und diese Gespräche fördern. Aber wir müssen verstehen, was diese Veränderungen in den Altersgruppen und zwischen den Geschlechtern antreibt. Es gibt sehr große individuelle Unterschiede, so dass es bestimmte Teenager geben kann, die von ihrer Nutzung sozialer Medien profitieren, während andere geschädigt werden.“

Andrew Przybylski, Professor für experimentelle Psychologie und Forschungsdirektor am Oxford Internet Institute, ergänzt zudem: „Um herauszufinden, welche Personen von sozialen Medien beeinflusst werden, ist mehr Forschung erforderlich, die objektive Verhaltensdaten mit biologischen und kognitiven Messungen der Entwicklung kombiniert.“ Dementsprechend fordern die Wissenschaftler die großen Social-Media-Konzerne und andere Online-Plattformen auf, mehr zu tun, um ihre Daten mit unabhängigen Wissenschaftlern zu teilen. Notfalls sollen sie von den Regierungen gezwungen werden können.

Pressetext/Red.

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