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Selbstbedienungstaschen eingestellt

Die Digitalabos sind im März von 25.000 auf 28.000 gestiegen – der Vertrieb der „Presse am Sonntag“ über Selbstbedienungsaufsteller wird eingestellt.
© Michaela Seidler

„Unser Journalismus kostet Geld und wird nicht verschenkt“, so „Presse“-Chefredakteur Rainer Nowak

Die „Presse“ setzt in der Corona-Krise ihre Strategie fort, journalistische Inhalte nicht gratis anzubieten. Als nächster Schritt wird daher der Vertrieb der „Presse am Sonntag“ über die Selbstbedienungstaschen eingestellt. Sie kann künftig nur noch über ein Abo bezogen werden. Bei den Digitalabos stellt die Zeitung seit Verkündung der Ausgangsbeschränkungen eine deutliche Steigerung fest.
„Wir gehen schon seit langem konsequent den Weg, zu sagen, unser Journalismus kostet Geld und wird nicht verschenkt“, sagte „Presse“-Chefredakteur Rainer Nowak in einem Gespräch mit der APA. Diese „Fokussierung auf die Monetarisierung unseres Qualitätsjournalismus, sowohl Print als auch Digital“ sei der richtige Weg, wie man auch in der Krise deutlich sehe, hieß es auch in einer Stellungnahme von Herwig Langanger, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung. „Wir haben eine dementsprechende Nachfrage am Lesermarkt und diese Ertragsquelle funktioniert bei uns sehr gut.“
Konkret stiegen die Digitalabos (Premium-Zugang und E-Paper) laut „Presse“ alleine in den vergangenen drei Wochen – seit Verkündung der Ausgangsbeschränkungen – um rund 2.500 Stück. Seit Anfang März erhöhten sich die Digitalabos damit von etwas über 25.000 auf rund 28.000.
Online frei zugänglich bleiben Artikel, in denen etwa über aktuelle Pressekonferenzen der Regierung berichtet wird. Jene Berichte, die weitergehende Recherche erfordern, bleiben wie bisher hinter einer Bezahlschranke.

Vielfach Kurzarbeit

Kurzarbeit ist – wie bei vielen anderen Unternehmen derzeit – auch bei der „Presse“ ein Thema. Sie werde aber nur in Bereichen eingeführt, die nicht systemrelevant seien, die Ressorts Chronik, Innenpolitik, Außenpolitik und Wirtschaft seien also nicht davon betroffen, sagte Nowak.
Auch andere Medienhäuser führen in Reaktion auf die Anzeigenrückgänge Kurzarbeit ein. Bei der Mediaprint, der gemeinsamen Anzeigen-, Druck- und Vertriebsgesellschaft von „Kronen Zeitung“ und „Kurier“, werden derzeit Zeitguthaben und Urlaube abgebaut und danach „punktuell“ Mitarbeiter zur Kurzarbeit angemeldet, wobei das Ausmaß so gering wie möglich gehalten werden soll, hieß es aus dem Unternehmen. Die Situation am Anzeigenmarkt sei derzeit „wahnsinnig schwierig“. Dafür verzeichne man einen „Höhenflug“ bei den Downloadraten des E-Papers und die digitalen Reichweiten verdoppelten sich.
Die „Standard“-Gruppe hat bereits einen Antrag auf Kurzarbeit beim AMS gestellt, der alle Bereiche der Gruppe umfasst, teilte das Unternehmen vergangene Woche mit. „Kurzarbeit wird das Mittel der Wahl sein, um die Anzeigenverluste zu kompensieren“, so der „Standard“-Vorstand Alexander Mitteräcker.

 

 

 

APA/red

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