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Schweizer Verlagshaus TX Group verdient im Halbjahr deutlich weniger

Folgen der Pandemie und des Ukrainekriegs sowie höhere Papierpreise belasten die Verlagsgruppe
© Unsplash

Unter anderem durch die Weitergabe höherer Papierpreise an Tamedia, konnte die TX Group ein Umsatzplus von zwölf Prozent erreichen

Das Schweizer Verlagshaus TX Group muss mit deutlichen Verlusten kämpfen. Im ersten Halbjahr 2022 hat das Unternehmen in einem herausfordernden Umfeld weniger umgesetzt und deutlich weniger verdient. Grund seien die Folgen der Corona-Pandemie und des Russland-Ukraine-Krieges. Aber auch die stark gestiegenen Papierpreise belasteten.

Weitergabe der Papierpreise

Der ausgewiesene Umsatz der vor allem für ihre Medienmarken wie „Tages-Anzeiger“ oder „20 Minuten“ bekannten TX Group verminderte sich in den ersten sechs Monaten um 1,7 Prozent auf 445,7 Millionen Franken (460,91 Mio. Euro). Dabei ist allerdings zu beachten, dass die Umsätze der gewichtigen digitalen Marktplätze Homegate, Ricardo, tutti.ch und Car For You, die allesamt in die Swiss Marketplace Group (SMG) eingebracht wurden, nicht mehr enthalten sind. Im Vorjahr hatten diese Marktplätze zusammen Erlöse von rund 55 Millionen generiert.

Organisch resultierte ein Umsatzplus von zwölf  Prozent, wie die TX Group am Dienstag in einer Mitteilung schreibt. Dazu trugen insbesondere das sehr gut laufende Geschäft bei der Stellenplattform JobCloud, das Neugeschäft von Goldbach im Bereich der Außenwerbung sowie die Weitergabe der höheren Papierpreise im Druckgeschäft bei Tamedia bei.

Rückgang der Profitabilität

Einen deutlichen Rückgang musste die TX Group im ersten Halbjahr bezüglich Profitabilität hinnehmen. So verminderte sich das EBIT um 76,2 Prozent auf 3,7 Millionen Und auch das vom TX-Management in den Vordergrund gestellte Betriebsergebnis vor Effekten aus Unternehmenszusammenschlüssen nahm deutlich um 40,4 Prozent auf 28,7 Millionen Franken ab. Die entsprechende Marge verringerte sich damit auf 6,4 Prozent nach 10,6 Prozent in der Vorjahresperiode. Die TX Group begründet die Abnahme mit den hohen Papierpreisen, Investitionen in die Vermarktung bei der Außenwerbung sowie hohen Abschreibungen wegen der neu gegründeten Swiss Marketplace Group. Zusätzlich sei die 2021 bezogene „Corona-Nothilfe“ in der Höhe von 3,1 Millionen an den Bund zurückgezahlt worden.

Kein konkreter Ausblick

Die Verlagsgruppe schaffte unter dem Strich einen kleinen Gewinn von 1,0 Millionen nach 21,2 Millionen Euro im Vorjahr zu erwirtschaften. Im vergangenen Jahr was indes noch ein einmaliger positiver Sondereffekt in Höhe von 13,3 Millionen Franken aus einer gewonnen rechtlichen Auseinandersetzung in Dänemark enthalten.

Ein konkreten Ausblick auf das Gesamtjahr gibt die TX Group wie gewohnt nicht. „Gerade in diesen schwierigen Zeiten widmen wir unsere Aufmerksamkeit der Transformation im Journalismus und in der Werbung“ , wird Pietro Supino, Präsident und Verleger der TX Group, in der Mitteilung zitiert. Bekräftigt hat das TX-Management das Einsparungsziel auf Gruppenstufe von 20 Millionen bis Ende 2023. Dieses werde konsequent umgesetzt.

 

APA/ Red.

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