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Russland: Twitter erleichtert anonymen Zugang

Einwohner Russlands könnten den eigentlich gesperrten Dienst Twitter künftig einfacher benutzen
©Silas Stein / dpa / picturedesk.com

Rund 2 Millionen Menschen nutzen den Tor-Browser täglich

Nachdem Russland in den vergangenen Tagen und Wochen den Zugang zu zahlreichen sozialen Netzwerken sperrte, um der Verbreitung vermeintlicher „Falschinformationen“ entgegenzuwirken, will Twitter nun gegen die Sperre ankämpfen. So veröffentlichte der Microbloggingdienst am gestrigen Dienstag eine Version, die speziell auf den für Datenschutz ausgelegten Tor-Browser („The Onion Routing“) zugeschnitten ist.

Nutzer dieses Browsers bewegen sich nicht im herkömmlichen Internet, sondern in einem eigenen Netzwerk mit anonymisierten Daten. Dabei werden Datenpakete über viele verschiedene Standorte auf der ganzen Welt gesendet, wobei ein Standort immer nur einen Vorgänger und Nachfolger kennt. So wird es quasi unmöglich, den Weg der Datenpakete zurückzuverfolgen, was es in weiterer Folge Nutzern gestattet, Netzsperren zu umgehen. Oftmals wird der Tor-Browser mit Kriminellen Machenschaften bzw. dem sogenannten „Dark Web“ gleichgesetzt. Die Nutzung des Browsers ist allerdings nichts Illegales und auch sehr wichtig für politische Aktivisten oder Journalisten.

Tor-Sperre durch Internet-Anbieter

Natürlich ist sich Russland dieser technischen Möglichkeiten bewusst. Dementsprechend sperren einige russische Internet-Anbieter den Zugang zu Tor bereits. Das Entwicklerteam rund um den Browser betont allerdings in einer Stellungnahme gegenüber der US-Webseite „Vice“, dass Tor bei einigen Anbietern weiterhin verfügbar sei.

Allerdings ist nicht nur Twitter von den Einschränkungen Russlands betroffen – auch Facebook wurde von der Medienaufsicht blockiert. Informationen zum Krieg (den man in Russland nicht einmal als solchen betiteln darf) dürfen keinesfalls von der offiziellen Linie der Regierung abweichen. Alles andere wird unterbunden. Zudem drohen in Russland für „Falschinformationen“ nach Erlassung eines neuen Gesetzes hohe Geldstrafen und bis zu 15 Jahre Haft.

APA/Red.

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