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Russland droht YouTube nach Sperrung von „Duma-TV“

Nachdem YouTube abermals einen russischen Kanal blockiert hat, könnte der Videoplattform nun eine nationale Sperre seiner Dienste drohen
©unsplash

Bereits im März warf Russland YouTube „terroristische Aktivitäten“ vor

Der Kampf zwischen Russland und den großen Social-Media-Konzernen geht weiter: Nach der Sperrung des YouTube-Kanals von Duma-TV droht das russische Abgeordnetenhaus nun mit Vergeltungsmaßnahmen gegen die US-amerikanische Videoplattform. Der Kanal mit mehr als 145.000 Abonnenten, der vor allem Ausschnitte aus Parlamentsdebatten und Interviews mit russischen Abgeordneten hochgeladen hatte, ist Berichten zufolge seit vergangenen Samstag nicht mehr zugänglich. Der Vorsitzende des Senders Wjatscheslaw Wolodin bezeichnete die Sperrung in einem Posting am Samstag in seinem Telegram-Kanal als Verletzung der „Rechte der Russen“. Die USA würde „ein Monopol auf die Verbreitung von Informationen“ anstreben – und das könne man nicht zulassen.

Baldige Sperre für YouTube in Russland?

YouTubes Mutterkonzern Google bestätigte die Sperrung von Duma-TV und begründete diese mit den Sanktionen, die die USA gegen Russland beschlossen hatte. „Google verpflichtet sich, alle geltenden Sanktionen und Handelsgesetze einzuhalten“, erklärte ein Konzernsprecher. „Wenn ein Konto gegen unsere Nutzungsbedingungen verstößt, ergreifen wir angemessene Maßnahmen.“

Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums, erklärte, dass YouTube mit der Sperrung „sein eigenes Schicksal besiegelt“ hätte. Sie hielt dazu an, YouTube-Inhalte „rasch“ auf russische Videoplattformen zu übertragen. Die russische Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor forderte Google zudem auf, die Sperrung von Duma-TV „sofort“ wieder rückgängig zu machen.

Werbeverbot für Google in Russland

Die russischen Behörden hatten YouTube seit Kriegsbeginn in der Ukraine bereits mehrfach beschuldigt, Kanäle russischer Medien und Funktionäre gesperrt zu haben. Am Donnerstag warf Roskomnadsor der Videoplattform vor, Falschnachrichten über den russischen Militäreinsatz im Nachbarland zu verbreiten und kündigte an, Google jegliche Werbung für seine Dienste im Land zu verbieten.

Bereits im März hatte die Medienaufsichtsbehörde Google und YouTube „terroristische Aktivitäten“ vorgeworfen und damit den ersten Schritt für ein Verbot eingeleitet. Russland hatte zuvor bereits den Zugang zu den im Land populären sozialen Netzwerken Instagram, Facebook und Twitter blockiert. Auch die meisten der letzten unabhängigen Medien in Russland wurden mittlerweile gesperrt.

APA/Red.

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