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Russische Journalistin verteidigt TV-Aktion

"Ich bereue nichts!"
© Pixabay

Die russische Journalistin, die vor einigen Monaten mit einem Protestschild gegen den Krieg im russischen Staatsfernsehen zu sehen war, bereut ihre Aktion nicht

Es sind inzwischen über hundert Tage, dass in der Ukraine Krieg herrscht. Seitdem russischen Angriffskrieg hat es zahlreiche Proteste gegeben – mit harten Konsequenzen für alle Beteiligten. So gingen Demonstranten teilweise mehrere Wochen ins Gefängnis, wurden sie auf einer Anti-Kriegs-Versammlung aufgegriffen.

Vor gut drei Monaten, am 14. März diesen Jahres, kam es zu einem Eklat im russischen Fernsehen: Die Journalistin Marina Owsjannikowa zeigte während einer Nachrichtensendung des Ersten Kanals des Landes ein Protestschild gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Auf diesem stand: „Stoppt den Krieg. Glaubt der Propaganda nicht. Hier werdet ihr belogen“.

Marina Owsjannikowa verteidigte nun ihre Aktion. „Ich bereue nichts“, erklärt die 44-Jährige am Dienstag beim Women’s Forum in Berlin. „Das Gute wird über das Böse siegen. Und ich werde weiter dafür kämpfen.“ Bei ihrem Auftritt in Berlin sagte die Journalistin, sie habe keine Angst gehabt. Nach dem Protest sei sie zuerst drei Stunden lang im Sendegebäude befragt worden und anschließend 14 Stunden ohne Anwälte auf einem Polizeirevier gewesen. „Ich hatte nichts zu verbergen, ich hatte die Wahrheit auf meiner Seite“, so die frühere Redakteurin des Staatsfernsehens. Die Situation sei für sie allerdings absurd, dann in der Ukraine gelte sie als frühere Propagandistin, in Russland als Verräterin. „Dies ist ein Informationskrieg, niemand traut irgendwem“, sagt sie. „Und ich bin mittendrin.“

In Russland ist es den Medien verboten, von einem Angriffskrieg zu sprechen. Die Zerstörung der Ukraine läuft dortzulande unter dem Namen „Spezialoperation“ – zur angeblichen Entnazifizierung des Landes.

 

APA/ Red.

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