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Putin – Freunderlwirtschaft bei großem Onlinenetzwerk

Der Sohn eines hochrangigen Putin-Freundes wird der neue Chef des Medienkonzerns VK.
©unsplash

Russland versucht seit Jahren, Macht über große Onlinemedien zu erlangen

Dass Freunderlwirtschaft in Russland ganz groß ist, zeigt sich nun wieder einmal ganz deutlich – der Sohn eines Vertrauten des Präsidenten Wladimir Putin übernimmt die Leitung des wichtigsten Onlinenetzwerks des Landes. Wie der russische Technologie-Konzern VK mitteilte, habe er Wladimir Kirijenko zu seinem Chef ernannt. Er ist der Sohn von Sergej Kirijenko, der einen Schlüsselposten im Kreml bekleidet – er ist der Vizechef der Präsidialverwaltung und für die Innenpolitik zuständig.

Sergej Kirijenko war unter dem früheren Präsidenten Boris Jelzin als Regierungschef tätig – aber auch Putin steht er sehr nahe. VK lobte in seiner Aussendung den Kirijenko-Sohn für seine Kompetenz, „komplexe Projekte zu lancieren und erfolgreich zu entwickeln“. Wladimir Kirijenko war bis vor kurzem Vizechef des Telekommunikationsriesen Rostelecom.

Kontrolle über Onlinenetzwerke

Experten zufolge ist die Erhebung des Kirijenko-Sohnes an die Spitze des Konzerns ein weiterer zentraler Schritt in den Plänen der russisischen Regierung, ihre Kontrolle über wichtige Onlinemedien auszuweiten. Dieses Vorhaben verfolgen die Politiker schon seit Jahren und geben als Begründung den Schutz von Minderjährigen sowie die Bekämpfung von Extremismus an. Oppositionellen und Nichtregierungsorganisationen sind allerdings der Ansicht, dass diese Maßnahmen vor allem der Untersrückung der Meinungsfreiheit dienen würden.

Zu VK gehört unter anderem VKontakte – oftmals auch als das „russische Facebook bezeichnet. Dieses hat nach eigenen Angaben rund 97 Millionen Nutzer und ist damit das meistgenutzte Onlinenetzwerk in Russland. Aber das VK-Unternehmen ist auch in anderen Bereichen tätigt und vertreibt etwa Videospiele.

VK wurde übrigens erst Anfang Dezember von einer Tochterfirma des Energierisen Gazprom geschluckt. Pawel Durow, der Gründer von VKontakte, hatte bereits 2014 Russland verlassen. Er wollte den Zwang nicht akzeptieren, sein Unternehmen einem Putin-Freund überlassen zu müssen. Bisher ist er auch nicht zurückgekehrt. Dennoch hat er sich ein neues Standbein aufgebaut – er ist nämlich auch der Gründer des beliebten Messengerdienstes Telegram. Dieser ist auch in Österreich sehr erfolgreich, steht aber aktuell in starker Kritik, weil er Verschwörungstheoretikern und Rechtsradikalen ungehindert eine Plattform bietet.

APA/Red.

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