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Profil geht zu Kurier

Pirkers VGN speckt ab.
© Hans Fisch

Das Profil dürfte bald komplett zum Kurier wandern

Was ExtraDienst schon vor Jahr und Tag berichtete, soll nun realisiert worden sein: VGN-Boss Horst Pirker hatte angedeutet, dass es sehr zähe Verhandlungen in Sachen Zukunft des Profils gebe. Dort lag die Redaktions-Verantwortung in den Händen des Kuriers, die Beteiligung in Pirkers Einfluss-Sphäre. Nun dürften sich die handelnden Personen geeinigt haben. Pirker muss zähneknirschend auf das Profil komplett verzichten, speckt damit ab. Was Teil seines Masterplans sein dürfte und ihm die Möglichkeit gibt, sich auf die Minimierung der Verluste bei „News“ zu konzentrieren, die Kosten zu straffen und die VGN-Gruppe weiter in Richtung Erfolg zu stabilisieren.

Der Kurier bestätigt die Einigung auf seiner Homepage und schreibt: „Mit der heute erzielten Einigung werden alle Agenden nun in die Redaktionsgesellschaft eingegliedert. Der Kurier ist daher alleiniger Eigentümer des profil.“ Laut der Mitteilung hängt der Deal allerdings noch an der Zustimmung der Gremien. Im Kurier-Aufsichtsrat sind die Raiffeisen-Holding NÖ/Wien und die deutsche Funke-Gruppe vertreten. Auch die Kartellbehörden müssen der Übernahme noch zustimmen.

Die Profil-Redaktion hat den Eigentümerwechsel begrüßt, Herausgeber Christian Rainer schreibt in einer internen Stellungnahme dass die Entscheidung eine mittelfristige Planung für das Magazin ermögliche. Auch Pirker mailte in die Runde und berichtete von der Übereinkunft, Redaktion und wirtschaftliche Bereiche des „profil“ in der Kurier-Tochter „profil Redaktions GmbH“ wieder zusammenzuführen. „Ich bedanke mich für die über weite Strecken gute Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der profil-Redaktion und wünsche dem nun ungeteilten profil viel Erfolg“, heißt es abschließend in seinem Schreiben.

Das „profil“ ist seit der Magazinfusion im Jahr 2001 quasi gespalten. Wirtschaftlich gehört es zur News-Gruppe (die nun VGN heißt), die Redaktionsgesellschaft aber ist zu 100 Prozent eine Tochter des „Kurier“. Dies war eine wesentliche Auflage beim damals heftig kritisierten Zusammenschluss der „Kurier“-Magazine mit der Verlagsgruppe.

Der „Kurier“ ist mittlerweile aber nicht mehr Gesellschafter bei der von Pirker geführten VGN. Pirker zog 2018 eine Option auf die Anteile des „Kurier“. Seitdem war die Zukunft der „profil“-Redaktionsgesellschaft Gegenstand von Verhandlungen. Der „Kurier“ meldete den Kauf im Februar 2019 bereits bei der Kartellbehörde an. Der Antrag wurde aber gleich darauf wieder zurückgezogen. Danach bekundete Pirker öffentlich sein Interesse an den „normalen Rechten eines Verlegers“. Und meinte mit Verweis auf das einstige Flaggschiff „News“: Wie es damit weitergehe, hänge auch davon ab, ob die VGN künftig zur Gänze ein Nachrichtenmagazin im Portfolio habe.

 

APA / RED

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