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Pegasus: Französischer Präsident betroffen

Luxemburg mahnt Pegasus- Hersteller und Amazon sperrt Konten von NSO
© Unsplash

Neben Journalisten, Aktivisten und Oppositionellen sind auch Regierungschefs von der Spionage- Software Pegasus betroffen

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron, sein früher Premierminister und 14 Minister sind nach Medieninformationen 2019 mögliche Ziele der Überwachungssoftware „Pegasus“ gewesen. Wie die französische Tageszeitung „Le Monde“ berichtete, soll eine von Macrons Mobilfunknummern auf einer Liste eines marokkanischen Sicherheitsdienstes für eine mögliche Ausspähung stehen. Diese Nummer nutze der französische Präsident seit 2017, heißt es in der Tageszeitung. Dies erklärte am Dienstag auch der Chef der hinter den Enthüllungen stehenden Organisation Forbidden Stories, Laurent Richard. Unklar sei jedoch, ob das Mobiltelefon des Präsidenten tatsächlich gehackt wurde. Falls sich jedoch die berichteten Sachverhalte bewahrheiten sollten, seien „sie natürlich sehr schwerwiegend“. 

Israelische Spionagefirma NSO Group

Der Elyseé- Palast kündigte Untersuchungen der Vorwürfe an. Neben Journalisten, Aktivisten und Menschenrechtlern seien auch auch weitere Regierungsmitglieder des französischen Kabinetts betroffen. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, wurden Telefonnummern von 14 Staats- und Regierungschefs auf der Liste gefunden. Darunter unter anderem Libanons Ex- Ministerpräsident Saad Hariri, der marokkanische Regierungschef Saad- Eddine El Othmani und Paksitans Premierminister Imran Khan. Ebenso Opfer der Ausspäh- Aktion seien der marokkanische König Mohammed VI. und dessen Entourage. 

Bei der Liste handle es sich den Recherchen zufolge um Nummern potenzieller Ausspäh- Ziele, die von Kunden der israelischen Spionagefirma NSO Group vorausgewählt wurden. Dabei nutzt Pegasus Sicherheitslücken in der Smartphone- Software, um weitreichenden Zugriff auf Daten zu erlangen. NSO hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und einzelne Details aus den Berichten bestritten. 

Luxemburg mahnt Pegasus- Hersteller

Die Regierung in Luxemburg hat die im Großherzogtum ansässigen Firmen des Herstellers der Überwachungssoftware Pegasus zur Einhaltung der Gesetze ermahnt. Laut Regierung von Dienstag ist da israelische Software- Unternehmen NSO mit neun Unternehmen in Luxemburg ansässig. Laut Außenminister Jean Asselborn werde man „mit allem Nachdruck“ in Briefen die Verantwortlichen dieser Unternehmen daran erinnern, dass Luxemburg „buchstabengetreu seinen Verpflichtungen der Exportkontrolle anwenden“ werde. Dabei werde das Land nicht zulassen, „das die Operationen dieser Firmen von Luxemburg aus zu Menschenrechtsverletzungen in Drittstaaten beitragen“. Keines der neun Unternehmen, die in Luxemburg zu der Firmengruppe NSO gehören, habe bisher eine Exportlizenz für Produkte der Cyber- Überwachung beantragt, Dabei seien ansässige Firmen dazu verpflichtet, die Behörden zu kontaktieren, falls Transaktionen unter die Vorschriften über die Ausfuhr von Gütern für die Verteidigung fallen könnten. Dies gelte ebenfalls für Produkte, die sowohl militärisch als auch zivil nutzbar sind.

Gesperrte Konten der NSO bei Amazon

Der Webdienstleister Amazon hat die Konten der israelischen Softwarehersteller NSO gesperrt, als Folge der Vorwürfe der Ausspähung von Oppositionellen und Journalisten. „Als wir von diesen Aktivitäten erfahren haben, haben wir schnell gehandelt, um die relevante Infrastruktur und Konten abzuschalten“, heißt es seitens eines Sprechers des Cloud- Dienstleisters Amazon Web Service (AWS). Die Nutzerbedingungen würden Hacking- Aktivitäten ausschließen. Einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zufolge hatte NSO für die Software zuletzt die Cloud- Dienste des großen Anbieters AWS genutzt.

APA/ Red.

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