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ORF-Stiftungsrat diskutiert Redaktionsstatut und Streaminglücke

Newsroombesiedlung zur Zufriedenheit von ORF-Chef und "Freundeskreisleitern"
© ORF/ APA/HANS PUNZ

Der ORF-Stiftungsrat widmet sich am Donnerstag einen adaptierten Redaktionsstatut

Am Donnerstag widmet sich der ORF-Stiftungsrat in seiner ersten Sitzung unter dem neuen Vorsitzenden Lothar Lockl einem adaptierten Redaktionsstatut. Dieses sieht mehr Rechte für die Belegschaft vor. Auch thematisiert werden die wachsenden Streaminglücke und die weiterhin negative Prognose für den ORF-Jahresabschluss. Zur Zufriedenheit von ORF-Generaldirektor Roland Weißmann – wie auch mehreren Stiftungsräten – verlief die Übersiedlung der Info-Mitarbeitenden in den multimedialen Newsroom.

Ein Minus von 11,9 Millionen Euro sah der erste Forecast für den ORF-Jahresabschluss vor. Dieser gelte nach wie vor, ein zweiter komme nächstes Monat, so ORF-Chef Weißmann gegenüber der APA. „Wir arbeiten natürlich weiterhin an einer schwarzen Null“, erklärte er. Maßnahmen wie Urlaubsabbau der Mitarbeitenden seien gut angelaufen, bis Jahresende werde man nachjustieren und weitere Maßnahmen setzen.

Geldfresser: Streaminglücke

Als Ursache für das prognostizierte Minus gilt die Streaminglücke. Gemeint ist damit, dass Personen, die ORF-Angebote per Streaming, aber nicht mittels Fernseher oder Radio nutzen, kein Programmentgelt entrichten müssen. Nun soll sich eine Taskforce auf die Motivsuche für GIS-Abmeldungen begeben und herausfinden, wie man die Gebührenzahler-Zahl steigern kann.

Die ersten Ergebnisse wurden im Finanzausschuss berichtet: Die Streaminglücke werde wohl weiterwachsen, was auf verändertes Nutzerverhalten zurückzuführen ist. Aber auch die Teuerung der letzten Zeit dürfte eine Rolle für die Abmeldungen spielen.

Roland Weißmann kündigte nun die Forcierung von Gegenmaßnahmen an. Doch: „Ohne gesetzliche Schließung der Streaminglücke wird es schwierig.“ Schließlich baue man das Streamingangebot immer weiter aus, was ein „taktisches Dilemma“ sei, so der ORF-Chef.

ORF-Redaktionsstatut

Ein weiteres Thema der Sitzung wird das ORF-Redaktionsstatut sein. Die 35 Stiftungsrätinnen und -räte müssen erst die von Weißmann in Abstimmung mit dem Redakteursrat vorgenommenen Adaptierungen genehmigen, bevor sie in Kraft treten können. Die Statutenänderungen sehen so manches neues Recht für die Redakteurinnen und Redakteure vor – etwa einer Führungskraft nach drei Beschwerden das Misstrauen auszusprechen oder erweiterte Informations- und Anhörungsrechte bei Bestellungen. Man werde sich den entsprechenden Bericht anhören. In der Sitzung ist dazu Dieter Bornemann, Vorsitzender des ORF-Redakteursrats, geladen. Heinz Lederer, der SPÖ- „Freundeskreisleiter“, sah die Änderungen auf der „Zielgeraden, aber noch nicht im Ziel“. Entscheidende Passagen müssten den Rätinnen und Räten noch gut erklärt werden. Als Stichwort nannte er Verantwortungsketten.

Mittlerweile haben am Küniglberg ca. 350 Personen die Arbeit im neuen multimedialen Newsroom aufgenommen. Die Übersiedlung habe „sehr gut funktioniert“, meinte Weißmann. „Es war logistisch eine Riesenchallenge, weil die Übersiedlung im Echtbetrieb über die Bühne gegangen ist. Dank der Redakteurinnen und Redakteure und der Haustechnikerinnen und -techniker hat es aber gut funktioniert“, sagte er. Der SPÖ-„Freundeskreisleiter“ kündigte auch an, die Geschäftsführung darum zu ersuchen, bis September die „Parallelwelt“ bestehend aus einigen hundert Leiharbeitskräften und Honorarempfängern näher zu erklären. Man wolle schauen, ob durch Reintegrationen ins Unternehmen Sparpotenzial gegeben sei.

 

 

APA/ Red.

 

 

 

 

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