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ORF-Präsenz in sozialen Medien für Wrabetz „alternativlos“

Junges Zielpublikum muss auf deren Plattformen abgeholt werden.
© ORF/Thomas Ramstorfer

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz

Will der ORF für junges Publikum auf lange Sicht relevant bleiben, muss er es auf deren meistgenutzten Plattformen ansprechen und auf die eigenen Kanäle lenken. Das war die Kernaussage des am Donnerstag abgehaltenen ORF-Publikumsrats mit Jugendschwerpunkt. Generaldirektor Alexander Wrabetz bezeichnete die Bespielung sozialer Medien zu diesem Zweck als „alternativlos“. Unterdessen wünscht sich die österreichische Bevölkerung mehr Kabarett und Satire im Programm.

Warum YouTube dennoch „unangefochtene“ Nummer Eins für die Rezeption von Bewegtbild bei 14- bis 29-Jährigen sei, erklärte Irina Oberguggenberger, Sendungsverantwortliche des ORF 1-Jugendmagazins „Fannys Friday“. Die Plattform eigne sich gut für Interaktion und biete Inhalte, die für das junge Publikum relevant seien.
Die Sendungsverantwortliche hielt fest, dass der ORF bezüglich des gebotenen Inhalts mithalten könne. Tests hätten ergeben, dass „Fannys Friday“ auch in einer Umwelt wie YouTube funktioniere und angeklickt werde. Das wesentliche Problem sei, dass man die Inhalte des ORF nicht zielgruppengerecht distribuieren könne.

Der geplante ORF-Player soll Abhilfe verschaffen. Um mit ihm gezielt junge Personen adressieren zu können, braucht es jedoch eine Gesetzesänderung, die es dem ORF erlaubt, Inhalte „online-first“ und „online-only“ zu verwerten. Auch müsse man Inhalte gezielt auf YouTube, Instagram, TikTok und Co ausstrahlen, um dort Anknüpfungspunkte zu jungen Personen herzustellen und sie anschließend zum ORF zurückzuholen, meinte Lukas Klingan, der in die Erarbeitung des ORF-Players involviert ist.

Die Jugendvertreterin im Publikumsrat, Sophie Matkovits, mahnte, dass nur drei Prozent der Belegschaft im ORF unter 30 Jahre alt sei, aber dennoch Inhalte und Formate für Unter-30-Jährige generiert werden müssten. In etwa 500 Mitarbeiter sollen in den nächsten Jahren rekrutiert werden, sagte ORF-Generaldirektor Wrabetz. Dabei solle auf Alter, aber auch Diversität geachtet werden. Im Gegenzug stehen 800 Pensionierungen bevor.

Andreas Kratschmar, Vorsitzender des Programmausschusses im Publikumsrat, präsentierte eine Studie, die sich mit non-fiktionalen Unterhaltungsangeboten auseinandersetzte. Dabei zeigte sich im Zuge einer für die österreichische Wohnbevölkerung repräsentativen Umfrage, dass vor allem Kabarett, Satire und Comedy hoch geschätzt werden. Die Befragten nutzen den ORF zwar etwas häufiger zu Unterhaltungszwecken als private Sender oder öffentlich-rechtliche deutsche Anbieter. Doch hinsichtlich der Zufriedenheit mit der gebotenen Unterhaltung kann sich der ORF nicht abheben. „Das kann man als Warnsignal sehen“, sagte Kratschmar und plädierte für einen strategischen Fokus des ORF auf den Unterhaltungsbereich.

 

APA/Red.

 

 

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