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Online-Spendenaktion für afghanische Zeitung

Preisgekröntes Blatt Etilaat-e Ruz sucht Geldgeber
© Pixabay

Die Taliban haben elf Regeln für die Zeitungen in ihrem Land herausgegeben. Viele der Blätter stehen nun vor dem finanziellen Aus.

Die Taliban greifen stark in die Alltagswelt der afghanischen Bevölkerung ein. Aber auch die Medien in dem Land spüren die Änderungen der neuen Machthaber. So etwa die preisgekrönte Zeitung „Etilaat-e Ruz“. Diese hat nun eine Online-Spendenaktion ins Leben gerufen, die ihr finanzielles Überleben sichern soll. Wie die Organisatoren mitteilten, habe die Kampagne der Zeitung bisher knapp 4.000 der angestrebten 100.000 Dollar eingebracht. Auf der Online-Plattform Twitter schrieb der Herausgeber von „Etilaat-e Ruz“, dass jede Spende das Medium in die Lage versetze, der Welt die Geschichte der afghanischen Bevölkerung zu erzählen. „Lassen wir die Dunkelheit nicht zum Sieger werden“, schrieb der Herausgeber Saki Darjabi weiter.

Die Zeitung hatte zuvor bekannt gegeben, dass sie ihre gedruckte Ausgabe wegen finanzieller Probleme eingestellt habe. Noch im vergangenen Jahr wurde „Etilaat-e Ruz“ von Transparency International mit dem Anti-Korruptionspreis für ihre ausführlichen investigativen Berichte über die Korruption in Afghanistan auszeichnet. Vor der Machtübernahme der Taliban Mitte August hatte sich die Zeitung weitgehend durch Werbung finanziert.

Über hundert Schließungen von afghanischen Medien

Ein Vertreter der in Kabul ansässigen Medienorganisation NAI sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass bereits mindestens 153 Medien unter der Herrschaft der Taliban entweder wegen finanzieller Probleme oder wegen Drohungen geschlossen wurden. Darüber hinaus führt er an, dass freie Medien in Afghanistan große finanzielle Probleme hätten, was dazu führen werde, dass noch mehr Medien schließen müssen.

Die Taliban hatte am 19.September den afghanischen Medien elf Regeln mitgeteilt. Demnach sind unter anderen die „Beleidigung nationaler Persönlichkeiten“, „Inhalte im Widerspruch zum Islam“ und „Verletzung der Privatsphäre“ untersagt. Nach Ansicht der internationalen Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen öffnen solche rote Linien der Zensur und Repression Tür und Tor.

APA/ Red.

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