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Online-Gefühlszustand

Anwendung informiert über Auswirkungen von Social Media auf die mentale Gesundheit.
© Pixabay

Die neue iOS-App „Misü“ erkennt, wie es um die mentale Gesundheit seiner Nutzer bestellt ist. Mithilfe des Gesichtsausdrucks erfasst eine Künstliche Intelligenz, welche Emotionen User gerade verspüren. Das soll dabei helfen, die Auswirkungen von sozialen Medien auf die geistige Gesundheit zu verstehen. Misü ist kostenlos erhältlich.

Tracker für Emotionen

„Primäremotionen wie Traurigkeit oder Zorn sind international am Gesichtsausdruck gut erkennbar. Es ist aber fraglich, ob die App mithilfe dieser Informationen wirklich nützlich ist. Denn es braucht mehr als nur die Mimik, um den inneren Zustand eines Menschen zu beurteilen. Außerdem müssen Menschen selbst erkennen können, welche Gefühle soziale Medien bei ihnen hervorrufen“, so die Einschätzung des Psychologen Dominik Rosenauer gegenüber pressetext.

Die Entwickler beschreiben Misü als eine Art. Die App zeichnet mithilfe der Smartphone-Kamera auf, wie sich der Gefühlszustand von Nutzern bei der Verwendung von verschiedenen Social-Media-Plattformen und sogar einzelnen Funktionen auf ihnen verändert. Anhand einer Punktebewertung veranschaulicht Misü den Gefühlszustand, auch über längere Zeiträume hinweg.

Social Media verstärken negative Gefühle

Für Misü haben die Entwickler Daten von 100 Social-Media-Nutzern gesammelt und dabei 1,2 Mio. Indikatoren für geistige Gesundheit definiert. Es stellte sich dabei heraus, dass soziale Medien vor allem die Gefühlsregungen Traurigkeit und Angst verstärken. Die App könne solche Emotionen mit einer Genauigkeit von 85 Prozent feststellen.

Interessant hierbei scheint auch eine Studie der University of Colorado Boulder , die herausgefunden hat, dass soziale Medien Trennungsschmerz verstärken. Da es quasi unvermeidbar sei, den Ex-Parnter auf Facebook und Co. zu sehen und auf Inhalte zu stoßen, die Verflossene zeigen.

„Ex nur Mausklick entfernt“

„Durch Social Media wurde es wesentlich leichter, die Spuren einer früheren Beziehung nachzuverfolgen. Unsere Ex-Partner sind meistens nur einen Mausklick entfernt. Deswegen ist es fast unmöglich, sie komplett zu vermeiden, man stößt unweigerlich auf Fotos oder ähnliche Inhalte, die an die Beziehung erinnern“, meint Psychotherapeut Christian Asperger.

Die Forscher haben 19 Probanden interviewt, die in den vergangenen 18 Monaten eine Trennung durchgemacht hatten. Den Befragten zufolge ist es in sozialen Medien so gut wie unmöglich, Erinnerungen an Ex-Partner zu vermeiden. Auch wenn die Teilnehmer alle möglichen Maßnahmen gesetzt hatten, um ihre Verflossenen nicht mehr sehen zu müssen, tauchten dennoch Fotos oder ähnliche Inhalte von ihnen auf. Das führte meistens zu starker Frustration.

Experten empfehlen frisch Getrennten, vorerst eine Social-Media-Pause einzulegen, bis sie den Herzschmerz verarbeitet haben. „Menschen wollen häufig wissen, ob der frühere Partner die Trennung schneller verarbeitet hat als sie selbst. Es ist sehr verführerisch, den Status von Ex-Partnern zu verfolgen. Das kann jedoch zu einer starken Belastung führen. Aber wir müssen akzeptieren, dass sich die Neugier schwer überwinden lässt“, so Asperger.

 

PA/Red

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