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Noch kein Hype um digitale Behördenservices

In Österreich nutzen laut BCG drei von zehn Bürgern die öffentlichen Onlineangebote.
© Pixabay

Die Nutzung der digitalen Verwaltung ist in Österreich noch ausbaufähig: Laut einer Umfrage der Beratungsfirma Boston Consulting Group (BCG) verwenden drei von zehn Bürgern hierzulande digitale Dienstleistungen öffentlicher Einrichtungen. Und damit weitaus weniger als in anderen Ländern.

Indien im Spitzenfeld

Wie die Untersuchung unter dem Titel „Digital Government Survey“ zeigt, machen in Indien oder den Vereinigten Arabischen Emiraten rund sieben von zehn Bürgern von öffentlichen Onlineservices Gebrauch – in Argentinien, Malaysia, Marokko oder China immerhin fünf von zehn. Ein ähnliches Nutzungsverhalten wie in Österreich gibt es unter anderem in der Schweiz und Kanada.

„Die geringe Zahl der Nutzer in Österreich deutet darauf hin, dass die Angebote nicht dem entsprechen, was die Bürger wollen“, sagte Benjamin Grosch, BCG-Partner und Leiter der Beratung im öffentlichen Sektor von BCG in Deutschland, in einer Aussendung am Dienstag. Denn während knapp 90 Prozent der befragten Österreicher das Internet zwar täglich für persönliche Belange nutzen, beschränkt sich der Gebrauch digitaler Dienstleistungen der öffentlichen Verwaltung auf jeden dritten.

Wunsch nach Online-Live-Beratung

Der Befragung zufolge hat Österreichs Verwaltung noch Potenzial in Sachen Nutzerfreundlichkeit: Vermisst werde im täglichen Gebrauch eine einfache und intuitive Bedienung sowie eine Online-Live-Beratung durch Behördenmitarbeiter und die Möglichkeit, Erfahrungen mit anderen Nutzern auszutauschen. Zudem gaben acht von zehn Befragten an, dass sich das Angebot in den vergangenen zwei Jahren verbessert habe – knapp 26 Prozent waren der Meinung, dass es sich dabei um eine deutliche Verbesserung gehandelt habe.

Insgesamt sei jeder zweite Österreicher mit den Digitalangeboten der Behörden zufrieden. Länder wie Großbritannien (63 Prozent), Estland (62 Prozent), die Niederlande (62 Prozent), Indien (60 Prozent) und Australien (59 Prozent) haben hierbei höhere Zustimmungsraten zum digitalen Behördenservice.

Skepsis bei Einsatz von Künstlicher Intelligenz

Vorbehalte hat man in Österreich bei der Nutzung Künstlicher Intelligenz (KI) für Behördenservices. Als Grund dafür wird etwa angeführt, dass moralische und ethische Fragen nicht geklärt seien und die Entscheidungsfindung mit Hilfe Künstlicher Intelligenz nicht nachvollziehbar sei. Die größten Skeptiker sind hier in der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen zu finden. Hingegen sei die Mehrheit der Österreicher grundsätzlich offen für den nicht personenbezogenen Einsatz KI, wie etwa zur Regulierung des Verkehrsflusses oder zur Vorhersage von Ausfällen bei Maschinen.

„Die Bürger sind offen für digitale Behördenservices. Es liegt nun an den Behörden, diese Services zur Verfügung zu stellen und sich weiterzuentwickeln“, meinte Grosch. Damit würde sich auch der Verwaltungsaufwand insgesamt verringern.

APA/Red

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