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Verpackungen sind Handelsverband ein Dorn im Auge

 

Internationaler Onlinehandel sorgt für Müllberge

 

Jeder Unternehmer, der in der Österreich Verpackungen in Verkehr setzt, hat bestimmte Verpflichtungen zu erfüllen. Aber nicht nur die inländischen Hersteller, Importeure und Abpacker (Unternehmen, die Waren für den Weiterverkauf verpacken) unterliegen der Verpackungsverordnung. Auch Versandhändler ohne Sitz in Österreich, die Waren direkt an österreichische Letztverbraucher liefern, werden vom Anwendungsbereich der Verordnung erfasst. Konkret müssen die erwähnten Akteure für das Inverkehrsetzen von Verpackungen an private Endverbraucher pro Kilo Verpackungsmaterial einen bestimmten Betrag bezahlen - das sog. "Entpflichtungsentgelt". Mit diesem Entgelt wird u.a. die Verwertung und Entsorgung der Verpackungen finanziert.

 

Abgewickelt wird das Ganze über "Sammel- und Verwertungssysteme" wie die ARA, für die eine Systemteilnahmepflicht besteht. "Die Rechtslage ist also klar. Auch Online-Händler aus anderen EU-Staaten sowie aus Drittstaaten sind von den nationalen Regelungen umfasst. Doch die Realität sieht anders aus: Vor allem Online-Händler aus dem asiatischen Raum nehmen an keinem Sammel- und Verwertungssystem teil und entrichten somit auch kein Entpflichtungsentgelt", erklärt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes. Die Folge ist, dass es zu einer Umverteilung kommt und fast ausschließlich österreichische Händler belastet werden. Um dem ein Ende zu bereiten, fordert der Handelsverband eine verstärkte Inpflichtnahme von Plattformen. "Plattformbetreiber wie Amazon oder Alibaba sollen für die nicht entrichteten Entpflichtungsentgelte ihrer Marktplatzhändler haften, sofern diese an keinem nationalen Sammel- und Verwertungssystem teilnehmen oder nachweislich ihrer Entpflichtung nicht nachkommen", empfiehlt Will.

 

 

Bildcredit: pixabay