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Niederländischer Journalist in der Kritik

 

Nachdem im deutschsprachigen Raum der Fall des Journalisten Claas Relotius die Medienwelt erschütterte, wurde jetzt ein Problem mit einem niederländischen Journalisten bekannt: Der freiberuflich tätige Peter Blasic soll unter dem Pseudonym M. bei vielen Artikeln die Quellenangaben erfunden haben. Diesen Vorwurf veröffentlichte jedenfalls das Wochenmagazin „De groener Amsterdammer“ am 22. Jänner 2019 unter dem Titel „Te mooi om waar te zijn“ - „Zu Schön um wahr zu sein“.

In der Zeit zwischen Mai 2016 und Dezember 2018 hat Blasic alleine für das Magazin „Nieuwe Revu“ 27 Artikeln verfasst, in denen die Quellen meist nicht nachvollziehbar sind. Da die Glaubwürdigkeit der Beiträge so nicht gewährleistet ist, hat das Magazin alle diese Artikeln zurückgezogen. Blasic schrieb für Zeitschriften und Magazine in den Niederlanden und in Belgien wie De Tijd, Elsevier, Knack, VICE und One World. Seine Themen kreisten um die Drogenszene in beiden Ländern, um Dschihadisten, die in Syrien und im Irak für den Islamischen Staat (IS) kämpften bzw. noch kämpfen, und um die italienische Mafia. Aufgeflogen ist er durch eine Geschichte über die Ukraine in der belgischen Zeitschrift „Knack“, die fast Wort für Wort aus der Zeitschrift „Foreign Policy“ übernommen wurde. Dies viel einem Leser auf, der es der Chefredaktion meldete. Außerdem hat Blasic beispielsweise eine Reportage für die gleiche Zeitschrift über ein Hotel in Sarajevo publiziert, in dem Gäste die Bedingungen des Bürgerkriegs am Balkan erleben können. Der zitierte Hotelbesitzer habe jedoch auf Rückfrage des Blattes angegeben, niemals mit dem Autor gesprochen zu haben.

Bildcredit: Pixabay