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Jörg-Hendrik Brase

Türkei verweigert Journalisten Akkreditierung

Zwei deutsche Auslandskorrespondenten müssen das Land verlassen.

Dem „Tagesspiegel“-Korrespondenten Thomas Seibert, der auch für „die Presse“ aus istanbul berichtet, wird in der Türkei die Akkreditierung für 2019 ebenso verweigert wie dem ZDF-Journalisten Jörg-Hendrik Brase. Ihre Pressekarten-Erneuerungsanträge wurden nicht bewilligt, Begründung dafür wurde keine gegeben. Jetzt kündigen die Journalisten und die Medienunternehmen, für die sie tätig sind, Berufung an. Auch die deutsche Regierung möchte intervenieren. Seibert war seit 22 Jahren in der Türkei journalistisch tätig. Er berichtete 2016 auch vom Wahlkampf und dem Beginn der Präsidentschaft Donald Trumps in den USA. Brase war seit 2018 Leiter des ZDF-Büros in Istanbul. Ausländische Korrespondenten müssen in der Türkei jedes Jahr die Pressekarte neu beantragen. Einige von ihnen haben ihre Akkreditierung für 2019 bereits erhalten, andere wie beispielsweise Susanne Güsten, die für den „Tagesspiegel“ berichtet, warten noch auf diesen Ausweis. Denn dieser gilt sowohl als Arbeitserlaubnis als auch als Aufenthaltsgenehmigung. Erst am 28. Februar 2019 wurden mehreren Auslandskorrespondenten wegen fehlender Pressekarten der Zugang zu einer Pressekonferenz mit dem türkischen Finanzminister Berat Albayrak und dem Vize-Präsidenten der EU-Kommission, Jyrki Katainen, verweigert. Besonders bekannt ist der Fall des Welt-Korrespondenten Deniz Yücel, der 2017 keine Arbeitsgenehmigung bekam, inhaftiert wurde und erst nach einem Jahr wieder frei kam. Die Türkei liegt laut der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ in der Pressefreiheits-Skala auf Platz 157 von 180 Ländern.

Bildcredit: presseportal.zdf.de