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Reuters-Reporter nach 500 Tagen Haft frei

Präsident Win Myint will mit einer Massen-Amnestie 6520 Gefangene freilassen.

Die beiden Reuters-Reporter Wa Lone und Kyaw Soe Oo sind in Myanmar nach mehr als 500-tägiger Haft freigelassen worden. Sie verließen am Dienstag das Gefängnis in der Nähe von Rangun, umringt von zahlreichen Medienvertretern. „Ich bin wirklich glücklich und begeistert, meine Familie und meine Kollegen zu sehen“, sagte Wa Lone, nachdem er die Tore des Insein-Gefängnisses verlassen konnte. Die beiden Pulitzer-Preis-Gewinner - die für die Aufdeckung eines Massakers an der muslimischen Rohingya-Minderheit in Myanmar geehrt wurden - waren im vergangenen September zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Sie sollen nach Auffassung des Gerichts gegen ein Gesetz zum Schutz von Staatsgeheimnissen verstoßen haben. Sie sollen sich bei der Recherche illegal Staatsgeheimnisse beschafft haben. Beide beteuern ihre Unschuld.

Das Urteil hatte international Empörung ausgelöst und stellte den demokratischen Wandel in dem Land infrage.

Reuters-Chefredakteur Stephen Adler begrüßte die Freilassung der „mutigen Reporter“. Sie seien zu „Symbolen für die Bedeutung der Pressefreiheit auf der ganzen Welt“ geworden, erklärte Adler in einer Stellungnahme. Noch im vergangenen Monat hatte der Oberste Gerichtshof Myanmars die Berufung der beiden Journalisten gegen die Gefängnisstrafe abgewiesen.

Myanmar will am Dienstag mit einer Amnestie insgesamt 6520 Gefangene freilassen, wie das Büro von Präsident Win Myint mitteilte. Dieser hatte erst im vergangenen Monat bei zwei Massenamnestien Tausende von Häftlingen begnadigt. In Myanmar ist es üblich, dass die Behörden Gefangene um das traditionelle Neujahr, das am 17. April begann, freilassen.

07.05.2019

APA/Red/DK

 

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