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Medienfachverlag Oberauer/APA-Fotoservice/Schedl

Medienbranche diskutiert Leser-Schwund

Das von Einigen erwartete Ende der gedruckten Zeitung wurde in Wien zum Thema.

Mehrere hundert Journalisten und Medienschaffende haben am Montag beim European Publishing Congress in Wien über notwendige Weichenstellungen angesichts schwindender Auflagen diskutiert. Publizistische Erfolgsgeschichten wie die des britischen „Economist“ werden dringend gesucht. Das Magazin floriere und habe zig Millionen Follower, sagte Marina Haydn aus dem Management.

Einer der wichtigsten Aspekte für den Erfolg sei die optische Attraktivität. „Der ´Economist´ ist ein ´viewspaper´ und kein ´newspaper´“, so Haydn.

Unter den mit dem European Newspaper Award ausgezeichneten Blättern ist die Lokalzeitung „Sunnhordland“ aus Norwegen. Dort machen sechs Journalisten, zwei Fotografen und drei Layouter ein Blatt mit einer Auflage von 6000 Exemplaren. Das Erfolgsrezept ist laut Blattmacher Magne Kyland: „glückliche und motivierte Mitarbeiter, viele Freiheiten und starke Optik.“

Eine Lanze für die Kultur und das Feuilleton brach Michael Angele. Der Chefredakteur der Wochenzeitung „Der Freitag“, ausgezeichnet als „Wochenzeitung des Jahres“, sagte, diese Ressorts sollten Leser intellektuell herausfordern. Grundsätzlich seien Wochenzeitungen mit ihrer gemäßigten Aktualität und Tiefgründigkeit wohl die Form, in der Print am ehesten überlebe.

Am Abend erhielt die Verlegerin Friede Springer den Sonderpreis des Medien-Branchendienstes „kress“ für ihr Lebenswerk. In seiner Laudatio würdigte der Herausgeber des Berliner „Tagesspiegel“, Sebastian Turner, die 76-Jährige als weitsichtige Unternehmerin. Der Springer-Verlag habe unter ihrer Führung zwar nicht als erster, aber dafür umso entschlossener die Chancen der Digitalisierung erkannt, sagte Turner. Sie habe als Verlegerin „mit Gaben, die im Medienbetrieb sehr selten sind, eine erstaunliche Unternehmerinnengeschichte geschrieben“, sagte Turner weiter.

Bei der Gala gab es noch weitere Auszeichnungen. „Tagesspiegel“-Herausgeber Turner wurde in einer Publikumswahl unter "kress"-Lesern zum "Medienmanager des Jahres" gekürt. „Chefredakteurin des Jahres“ ist Julia Bönisch. Sie leitet das Online-Angebot der „Süddeutschen Zeitung“. Die „Newcomerin des Jahres“ heißt Maria Exner. Sie ist stellvertretende Chefredakteurin von „Zeit.de“.

14.05.2019

APA/Red/DK

Bildcredit: Medienfachverlag Oberauer/APA-Fotoservice/Schedl