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Die Salzburger Nachrichten trauern um Karl Heinz Ritschel

 

Prof. Dr. Karl Heinz Ritschel, langjähriger Chefredakteur der Salzburger Nachrichten, ist am Samstag, den 5. Jänner 2019, wenige Tage vor seinem 89. Geburtstag, verstorben. Die SN trauern in einem Nachruf um einen „Leuchtturm für unabhängigen, verantwortungsbewussten und qualitativ hochwertigen Journalismus“.

Ritschel war von 1965 bis 1995 Chefredakteur der SN. Die Etablierung der SN als bundesweit anerkannte Qualitätszeitung und die Übersiedlung in ein modernes Verlags- und Druckhaus fielen in diese Zeit. Von Wissen, Bildung und Gespür für das Wesentliche getragen, waren Ritschels Leitartikel und Glossen legendär. Er beherrschte nicht nur die Kunst des journalistischen Handwerks, sondern vergaß auch nie die ethische Komponente. So warnte er bereits in den 90er-Jahren vor einem „Vernichtungsjournalismus, der in die Richtung tendiert, Macht zu zeigen“. Seinen Mitarbeitern gab er auf den Weg: „Das Wort des Journalisten ist gleichzeitig auch seine Waffe, ein Satz kann tödlich sein“.

Karl Heinz Ritschel wurde am 20. Jänner 1930 in Oberaltstadt (heute Tschechien) geboren, musste mit seiner Familie 1946 nach Wien flüchten, studierte Publizistik und Kunstgeschichte, promovierte 1959 zum Dr. phil., arbeitete für den "Bild-Telegraf" und die "Kleine Zeitung" und begann 1959 als Wirtschaftsredakteur bei den SN. Als Nachfolger von René Marcic wurde er mit 1. Jänner 1965 Chefredakteur. Er schrieb zudem erfolgreiche zeit- und kunstgeschichtliche Sachbücher. Dr. Ritschel ist Träger zahlreicher Auszeichnungen, darunter das Große Ehrenkreuz für Verdienste um die Republik Österreich, und erhielt namhafte publizistische Preise.

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