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DuMont-Verlag soll zerschlagen werden

Deutsche Mediengruppe will sich von deutschen Regionalzeitungen trennen.

Die Mediengruppe DuMont will sich laut dem Branchenmagazins "Horizont" von all ihren Regionalzeitungen trennen. Betroffen seien der "Kölner Stadt-Anzeiger" und der Kölner "Express", die "Berliner Zeitung" und der "Berliner Kurier" ebenso wie die "Mitteldeutsche Zeitung" in Halle und die "Hamburger Morgenpost". Hinzu kämen alle Druckereien, zentralen Dienstleistungen und Anzeigenblätter.

Gegenüber "Horizont" sagte eine Unternehmenssprecherin, zu Gerüchten grundsätzlich keine Stellung beziehen zu wollen. Das Branchenmagazin berief sich auf Unterlagen, die eine Münchner Finanzgesellschaft von DuMont für die Organisation des Verkaufs bekommen haben soll.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) sprach von einem "verlegerischen Offenbarungseid" und einem Beleg für "eklatantes Managementversagen in der Branche". DJV-Präsident Frank Überall warf der Mediengruppe vor, ihr sei das "verlegerische Verantwortungsgefühl" abhanden gekommen. Die Zeitungstitel erwirtschafteten nach wie vor Gewinne, zudem sei Qualitätsjournalismus in Zeiten von Fake News wichtig. Überall forderte die DuMont-Chefetage auf, die Verkaufspläne ad acta zu legen.

Die Gewerkschaft Verdi verlangte von DuMont, "die Belegschaft und die Öffentlichkeit unverzüglich und umfassend über eine geplante Zerschlagung der Mediengruppe zu informieren". Es sei "unerträglich, mit welcher Gleichgültigkeit die Gesellschafter des Unternehmens mit den Existenzen tausender Beschäftigter umgehen". Weder die Betriebsräte noch die Gewerkschaften seien über solche Pläne informiert worden.

(APA/red)

Bildcredit: Pixabay