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Österreichischer Fotograf wird in Erinnerung bleiben

 

Wie heute bekannt wurde, ist am Dienstag, 28. September 2018, der österreichische Fotograf Erich Lessing verstorben. Er wurde 95 Jahre alt und hinterlässt ein breites Oevre. Schon zu Lebzeiten hat er in Ermangelung eines Fotomuseums eine eigene Galerie eröffnet. Außerdem vermachte er der Österreichischen Nationalbibliothek mehr als 60.000 Aufnahmen.

Berühmt wurde der 1923 in Wien-Josefstadt Geborene durch Schwarz-Weiß-Reportagen aus dem Wien der Nachkriegszeit und durch Fotoserien über die Unterzeichnung des Staatsvertrages. Lessing konnte nach dem „Anschluss“ Österreichs an Hitler-Deutschland nach Haifa flüchten. Dort arbeitete er als Taxifahrer. Dabei lernte er Oscar Bronner kennen, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück, und war zunächst für Associated Press tätig. Dabei lernte er auch seine spätere Frau, eine Journalistin, kennen. Seine Tätigkeit führte Lessing rund um den Globus. Den Höhepunkt seiner Laufbahn erlebte er ab 1951, als er für die Fotoagentur Magnum zu arbeiten begann. Es war die Zeit großer Bildreportagen.

In Erinnerung werden seine Porträts von Politikern wie Nikita Chruschtschow, Golda Meir, Bruno Kreisky, Charles de Gaulle, Leopold Figl und Konrad Adenauer bleiben. Dabei waren dem Fotografen vor allem die normalen Bürger und ihre Schicksale wichtig. In den 1960er-Jahren wandte Lessing sich der Dokumentation von Kunst und Kultur zu. Er fotografierte auch auf Filmsets wie beispielsweise Gregory Peck in "Moby Dick". Zeugnis seines großartigen Schaffens sind auch mehr als 60 Bücher.

Bildcredit: wien.orf.at