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In der konstituierenden Sitzung des ORF-Stiftungsrats wurde Norbert Steger zum Vorsitzenden gewählt

 

Die Spatzen pfiffen es von den Dächern, nun ist es Gewissheit. Der von der FPÖ entsandte ORF-Stiftungsrat Norbert Steger wurde zum Vorsitzenden des obersten ORF-Gremiums gewählt. 25 der 35 Stiftungsräte stimmten für ihn. Damit löst der ehemalige Vizekanzler den SPÖ-nahen bisherigen Vorsitzenden Dietmar Hoscher ab. Stellvertreter bleibt Franz Medwenitsch, der dem ÖVP Freundeskreis zugerechnet wird. Anders als Steger, wurde er einstimmig bestellt.

 

Umstrittene Personalie

Der Wahl Stegers gehen mehrwöchige Querelen voraus. So hatte Steger mit Äußerungen über ORF-Korrespondenten und neuen Social-Media-Regeln für Redakteure für Unmut bei Journalisten und einigen Stiftungsrat-Kollegen gesorgt. Trotz einer längeren Erklärung Stegers zu Beginn der Sitzung und einer anschließenden Diskussion, konnten offenbar nicht alle Zweifel ausgeräumt werden.

Neben den 23 der ÖVP und FPÖ zugerechneten Räten, stimmten laut Medienberichten nur der unabhängige Alfred Trendl (Katholischer Familienverband) und der burgenländische Stiftungsrat für Steger. Die unabhängige Radio-Betriebsrätin Gudrun Stindl enthielt sich ihrer Stimme. Die Opposition, die Wiener und Kärntner Stiftungsräte Norbert Kettner und Siggi Neuschitzer sowie die vier anderen Betriebsräte stimmten geschlossen gegen Steger.

Nach Jahren als blauer Einzelkämpfer im ORF-Gremium hat sich Stegers langer Atem auf jeden Fall ausgezahlt. Mit dem Regierungs- und Paradigmenwechsel erntet er nun die Früchte für sein medienpolitisches Engagement. Denn selbst Betriebsrätin Stindl begründete die Enthaltung ihrer Stimme, dass sie Steger trotz seiner Äußerungen der letzten Wochen, als konstruktives Mitglied des Gremiums kennengelernt habe.

Bildcredit: ORF/Peter Meierhofer