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© Pixabay

Presserat verurteilt "krone.at" wegen Demo-Foto

Grüner EU-Abgeordneter Reimon wurde Opfer gezielter Bildmanipulation.

Der Presserat hat "krone.at" für eine Bildmanipulation verurteilt. Die Online-Ausgabe der "Krone" hatte ein Foto des Grünen EU-Abgeordneten Michel Reimon bei einer Demonstration während des EU-Gipfels in Salzburg derart verändert, dass die "tatsächlichen Verhältnisse verfälscht" wurden, hielt der Senat 2 am Freitag in einer Aussendung fest.

Das Foto zeigte den Politiker in einer orangefarbenen Warnweste, im Hintergrund waren schwarz vermummte Demonstranten mit orangefarbenen Transparenten zu sehen, erläuterte der Presserat. "Offenbar handelt es sich bei dem Foto um eine Montage", denn "das Original-Foto zeigt Michel Reimon in seiner Alltagskleidung, im Hintergrund sind Polizisten und ein Fotograf zu sehen". Der Chefredakteur von "krone.at" habe das bearbeitete Bild als "Collage" bezeichnet.

Fotomontagen müssten grundsätzlich gekennzeichnet werden, um eine Irreführung der Leser auszuschließen, hielt der Senat dazu fest und verwies auch auf den Punkt 3.3 des Ehrenkodex für die österreichische Presse. "Bei drastischen, sinnverändernden Bildbearbeitungen trifft dies ganz besonders zu." Doch es habe keine Kennzeichnung gegeben und "die tatsächlichen Verhältnisse wurden verfälscht. Michel Reimon trug weder eine orangefarbene Weste, noch sind auf dem Originalfoto im Hintergrund schwarz vermummte Personen mit orangefarbenen Transparenten abgebildet." Somit liege auch ein Verstoß gegen Punkt 2.1 des Ehrenkodex vor, wonach die gewissenhafte und korrekte Darstellung von Informationen oberste Verpflichtung für Journalisten ist.

"Anscheinend wollten die Redakteure den Grünen-Politiker gezielt mit vermummten und gewaltbereiten Demonstranten in Verbindung bringen", so die Schlussfolgerung des Senats. Und dies komme "auch einem Eingriff in den Persönlichkeitsschutz gleich; das Persönlichkeitsbild des Politikers wurde verfälscht" - ein Verstoß gegen einen weiteren Punkt des Ehrenkodex.

Das selbstständige Verfahren wurde aufgrund mehrerer Beschwerden von Lesern geführt. Die "Kronen Zeitung" bzw. "krone.at" haben die Schiedsgerichtsbarkeit des Presserats nicht anerkannt, auch sei die Möglichkeit, an dem Verfahren teilzunehmen, nicht wahrgenommen worden, erklärte der Presserat.

APA/Red

Bildcredit: Pixabay