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Parteiaffinität wird mittels Wahrscheinlichkeitsrechnungen ermittelt

 

Die österreichische Post darf laut ihren AGBs die persönlichen Daten, die bei einem Nachsendeauftrag angegeben werden müssen, nicht nur speichern, sondern auch weiterverkaufen. Wenn man das nicht will, muss man dem aktiv widersprechen. So sammelte die Post ganz legal etwa drei Millionen persönliche Datensätze. Bei 2,2 Millionen Bürger des Landes soll sie aber laut Recherche-Plattform Addendum auch die Parteiaffinität abgespeichert haben. Dies wurde durch ein Auskunftsbegehren nach der Datenschutz-Grundverordnung durch Addendum publik. Diese Daten wurden von den österreichischen Parteien gekauft, und nach Angaben der Post „lediglich dazu benutzt, Informationen zur österreichischen Nationalratswahl zu verteilen“.

Die Daten zur Parteiaffinität basieren auf „eigene Hochrechnungen“. Die Post wertet dazu mehrere Datensätze aus, wie etwa Umfragen sowie Wahlergebnisse aller Zählersprengel, Hochrechnungen und Statistiken. Diese werden in einem zweiten Schritt mit Alter, Geschlecht und Wohnort abgeglichen. Danach wird eine Wahrscheinlichkeit errechnet, welche Parteiaffinität die einzelnen Bürger haben. Allerdings erwiesen sich die so ermittelten Daten laut Addendum nur zu 50 Prozent als korrekt.

Laut Chefjuristen des Verbands für Konsumenteninformation (VKI) Thomas Hirmke sind das „brisante Daten, die da offenbar bei der Post gespeichert sind. Wenn man sich anschaut, was der Paragraph 151 der Gewerbeordnung (regelt das freie Gewerbe „Adressverlage und Direktmarketingunternehmen“) da vorsieht, dann würde ich sagen, dann deckt der das schon einmal gar nicht ab, was die Post macht“, sagte er zur APA. Hirmke empfiehlt, ein Auskunftsbegehren an die Post zu richten und gegebenenfalls die Löschung dieser personenbezogenen Daten zu verlangen. Seiner Meinung nach wäre auch eine Beschwerde bei der Datenschutzbehörde ein gangbarer Weg.

Bildcredit: Post AG/Christoph Meissner