33 Prozent aller gespielten Nummern auf Italo-Sendern sollen einheimisch sein.
Mehr italienische Musik im Radio gefordert
© Julian Hargreaves

Mehr italienische Musik im Radio gefordert

33 Prozent aller gespielten Nummern auf Italo-Sendern sollen einheimisch sein.

Eros Ramazzotti, Laura Pausini und Al Bano können sich freuen: Italiens Radiosender sollen die nationale Musik mehr fördern. Laut einem Gesetzentwurf, den die rechte Regierungspartei Lega dem Parlament in Rom eingereicht hat, sollen Radiosender künftig einen fixen Anteil von 33 Prozent an italienischer Musik senden.

Jedes dritte Lied soll von einem italienischen Komponisten stammen. Zehn Prozent der gesendeten italienischen Musik soll aus Liedern junger Musiker bestehen, oder von kleinen italienischen Plattenfirmen produziert werden, heißt es im Gesetzentwurf, der in Italien bereits für hitzige Diskussionen sorgte.

Die italienische Musik soll als "künstlerisches und kulturelles Erbgut der Republik" anerkannt werden, heißt es im Entwurf. Der Garant für das italienische Kommunikationssystem muss darauf achten, dass sich die Radioanstalten an die neuen Regeln halten. Ein Sendeverbot bis zu einem Jahr droht bei Missachtung der Vorschriften.

Der Verfasser des Gesetzentwurfs, der Lega-Parlamentarier Alessandro Morelli, hofft auf die Unterstützung aller Parteien im Parlament, um sein Projekt durchzubringen. "Es ist wichtig, dass die italienische Musik parteiübergreifend unterstützt wird", meinte Morelli. Derzeit senden die zehn erfolgreichsten Radiosender lediglich eine Quote von 23 Prozent an italienischen Liedern. Vor zehn Jahren lag dieser Anteil noch bei 35 Prozent.

Ein Rapper ägyptischer Herkunft hat am 10. Februar das traditionsreiche Songfestival von Sanremo gewonnen. Der 27-jährige Italo-Ägypter Mahmood gewann bei der 69. Ausgabe des beliebtesten italienischen Schlagerfestivals mit einem Song, in dem er auch Strophen auf Arabisch singt. "Soldi" (Geld) lautet der Titel des Songs, in dem es um Einwanderung und die schwierige Beziehung zu einem Vater geht. Das Lied ist nach einer Woche bereits zu einem Hit in Italien geworden.